Fislisbach
Schluss mit Gratisparkieren – doch gegen das neue Regime regt sich Widerstand

Seit 25 Jahren dürfen Autofahrer in Fislisbach gratis parkieren. Dies soll sich per Anfang 2019 ändern. Doch Anwohner kritisieren: Gebühren vertreiben die Besucher und lösen das Problem des Wildparkierens nicht.

Carla Stampfli
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In Fislisbach darf man tagsüber per Anfang 2019 nicht mehr gratis parkieren. (Symbolbild)

In Fislisbach darf man tagsüber per Anfang 2019 nicht mehr gratis parkieren. (Symbolbild)

David Egger

Wer heute in Fislisbach auf öffentlichem Grund parkiert, kann dies gratis tun. Nur wer während der Nacht und für eine längere Dauer sein Fahrzeug abstellt, muss eine Monatskarte von 30 Franken lösen. Mit dem Gratisparkieren am Tag soll nun Schluss sein: Der Gemeinderat will per 1. Januar 2019 ein neues Parkregime einführen. Dieses soll das seit 25 Jahren geltende Reglement ersetzen.

«Mit dem neuen Parkregime möchten wir das Parkieren im Dorf regeln», sagte Gemeinderat Andreas Mahler (GLP) an einer öffentlichen Infoveranstaltung am Dienstagabend. So komme es immer wieder zu Reklamationen, weil Fahrzeuge ungeschickt parkiert werden. Auch werde das Parkieren in Fislisbach bei Pendlern immer beliebter: Diese würden ihr Auto gratis im Dorf abstellen, um dann mit dem öV an den Arbeitsort zu gelangen. Zudem: «Viele Fahrzeughalter parkieren dort, wo sie hinwollen und nicht dort, wo es Parkplätze gibt.» Das führe zu lokalen Engpässen und soll verhindert werden.

Gelten soll das Parkregime in allen Tempo-30-Zonen, beim Friedhof, beim Gemeindehaus, um die Schule und beim Werkhof. Die ersten zwei Stunden sind gratis. Wer länger parkieren will, muss neu eine Tages- (5 Franken), Multitages- (20 Franken), Monats- (40 Franken) oder Jahreskarte (400 Franken) kaufen, wobei die Gebühren je nach Fahrzeugkategorie variieren. An Sonn- und Feiertagen kann gratis parkiert werden. Die Anzahl Parkplätze soll beibehalten werden.

Wildparkieren gefährde

Die Ausführungen lösten im Publikum vermehrt kritische Voten aus. So bemerkte ein Anwohner der Zelglistrasse, dass im Quartier «kreuz und quer parkiert» werde. Das Wildparkieren schränke die Sicht ein, gefährde spielende Kinder und würde etwa auch die Winterdienste behindern, sagte er. Das Problem sei unter anderem, dass manche es vorziehen würden, das Auto draussen abzustellen und eine Monatskarte zu lösen, statt einen teureren Platz in der Tiefgarage zu mieten. «Ich behaupte: Mit dem Aufschlag der Monatskarte von 30 auf 40 Franken wird sich nichts ändern.» Dieser Meinung war ein zweiter Anwohner: «Der Betrag sollte höher sein.» Ein anderer Zuhörer kritisierte, dass man die Anzahl Parkplätze nicht senken wolle, wodurch das Wildparkieren nicht weniger werden würde. Zum Schluss merkte ein Bewohner an, dass der Gemeinderat mit der Einführung von Parkgebühren am Tag versuche, Besucher aus Fislisbach zu vertreiben. Deshalb: «Das Parkregime ist abzulehnen.»

Gemeinderat Mahler nahm die Voten an und erinnerte das Publikum daran: «Mit dem geltenden Reglement haben wir kaum Handlungsspielraum. Deshalb müssen wir erst die rechtliche Grundlage schaffen, bevor wir prüfen können, wo beispielsweise Parkfelder oder Parkverbote markiert werden sollen.» Nur dann könne man die Situation analysieren, Massnahmen treffen und im Dorf Ordnung schaffen. Letzteres sei im Sinne aller, der Gemeinde, der Bevölkerung, der Gewerbetreibenden.

Noch ist nicht das letzte Wort gesprochen: Die Gemeindeversammlung wird am 16. November über das neue Parkregime befinden.