135 Mal hat Josef Egloff in seinem Leben Blut gespendet. Und er würde es wieder tun, müsste er nicht altershalber seit acht Jahren Blutverdünner nehmen. Der 87-jährige Niederrohrdorfer war aber nicht nur einfacher Blutspender. Egloff engagierte sich beim Samariterverein Rohrdorf und Umgebung als Samariter und präsidierte ihn vor Jahren mehrmals. Mittlerweile organisiert er als passives Mitglied noch Spendentage für den Verein. Für das Geschäft mit dem Blut motivierte ihn seine Mutter: «Sie war während des Zweiten Weltkrieges als Samariterin im Einsatz. Mit einer damaligen Nachbarin, die im Samariterverein als Ausbildnerin mitwirkte, motivierte meine Mutter mich, Samariter zu werden.» Egloff stieg im Jahr 1948 beim Samariterverein ein, im Alter von 17 Jahren. Kurz danach absolvierte er gleich die Ausbildung zum Samariter.

Faszinierend sei für ihn vor allem der Umstand, dass man so anderen helfen könne: «Ich wollte Nächstenhilfe leisten.»

Der Samariterverein Rohrdorf und Umgebung, den es seit 1906 gibt, zählt aktuell 28 aktive Mitglieder. Zudem helfen einige Ältere beim Organisieren der Spendentage mit, die dreimal im Jahr in der Kirche Guthirt in Niederrohrdorf stattfinden. Auch Egloff ist jeweils vor Ort und kümmert sich um allerlei Dinge wie das Betreuen der Spender oder bei Verpflegungsengpässen für neue Sandwiches, Wasser und Traubensaft zu sorgen. Trinken sei denn auch sehr wichtig, bevor sich jemand Blut nehmen lasse, weiss Egloff: «Wir fordern die Leute auf, vor allem Erstspender, zu trinken, um den Kreislauf aufrechtzuerhalten. Zudem wird noch der Blutdruck gemessen.»

Blut spenden könne jeder, sagt Egloff: «Nur bei Gefahr auf Infektionen, zum Beispiel durch kleine Verletzungen, müssen wir die Person zurückweisen. Oder wenn jemand zu wenig Blut hat.» Begehrt sei vor allem die Blutgruppe 0 Negativ, da diese von Patienten mit allen Blutgruppen vertragen werde, so Egloff. Er selbst gehört dieser Blutgruppe an. Beim Samariterverein Rohrdorf sind die Spender zwischen 18 und 75 Jahre alt. Der Verein setzt sich aus den Gemeinden Ober- und Niederrohrdorf, Künten, Remetschwil und Bellikon zusammen. Die gesammelten Blutreserven gibt er dann dem Blutspendedienst Zürich weiter, der damit auch die Ostschweiz beliefert.

Weniger Spender und Mitglieder

Die Samariter des Vereins Rohrdorf begrüssen immer weniger Personen an den Spendetagen. Liessen sich in den letzten Jahren an Spitzentagen rund 150 Personen Blut abnehmen, sank die Zahl stetig. Zuletzt lagen im Februar 95 Spender auf den Betten. Im Vergleich dazu: Schweizweit registrierte das Schweizerische Rote Kreuz letztes Jahr mehr als 270 000 Blutspenden, etwas weniger als im Jahr 2017. Auch Mitglieder, besonders junge, seien immer schwieriger zu finden, sagt Egloff: «Vielen fehlt heute die Zeit für ehrenamtliche Aufgaben. Auch Turnvereine haben beispielsweise immer weniger Mitglieder.»

Denjenigen, die seit Jahren Blut spenden, ist man in Rohrdorf sehr dankbar. Zum Jubiläum gibt es ein Geschenk, so Egloff: «Bei der 50. Blutspende überreichen wir den Männern zwei Flaschen Wein, den Frauen einen Blumenstrauss.» Blut spenden können Interessierte am Montag wieder. Der Samariterverein Rohrdorf organisiert den zweiten Spendentag dieses Jahr.

Blutspenden: 3. Juni, 16.30–20 Uhr, Kirche Guthirt, Niederrohrdorf.