Dass die Bausubstanz der über 100 Jahre alten Brücke zwischen Gebenstorf und Windisch unterhalb des Reuss-Wehres Mängel aufweist, ist seit einigen Jahren bekannt. Die neusten Untersuchungen zeigen nun, dass sich der Steg in einem schlechteren Zustand befindet als bisher geglaubt. Die Brückenpfeiler seien massiv unterspült, teilte die Gemeindekanzlei Gebenstorf am Montag mit.

«Bei einem erheblichen Hochwasserereignis besteht sogar die Gefahr eines Einsturzes der Brücke.» Klarheit über die Beschaffenheit der Pfeiler habe ein Tauchgang gebracht, sagt Gebenstorfs Gemeindeammann Fabian Keller (CVP). Die Brücke stehe für Fussgänger und Velofahrer trotz der neusten Erkenntnisse nach wie vor offen, sagt er.

Sofortmassnahmen? Ingenieure untersuchen

Laut Mitteilung jedoch drängt sich unter diesen Umständen ein zeitnaher Ersatz der Brücke auf. Und zum heutigen Zeitpunkt müsse damit gerechnet werden, dass bis zu einem Neubau der Brücke Sofortmassnahmen notwendig seien. Die Gemeinderäte Gebenstorf und Windisch haben ein Ingenieurbüro beauftragt, Lösungsvorschläge für allfällige Sofortmassnahmen zu erarbeiten.

Der Fussgängersteg verbindet das Gebiet Reussdörfli und Unterwindisch. Im Februar teilte die Gemeinde Gebenstorf mit, der Übergang werde aufgrund der Mängel an der Betonsubstanz für den motorisierten Verkehr gesperrt. Autos durften die Brücke bereits zuvor nicht befahren, allerdings wurde der Steg von Unterhaltsfahrzeugen der Gemeinden Windisch und Gebenstorf benutzt. Anfang Jahr wurden darum Poller montiert, um die Durchfahrt zu verhindern.

Die Brücke gehört je zur Hälfte den Gemeinden Gebenstorf und Windisch; bei einem allfälligen Neubau hoffen die Gemeinderäte auf eine finanzielle Beteiligung des Kantons. «Wir hoffen, dass der Neubau der Brücke ins Agglomerationsprogramm 4 des Kantons aufgenommen wird», sagt Fabian Keller. Denn der Steg sei Teil der kantonalen Wander- sowie Velowegrouten.