Protz-Hotdog, kulinarische Absonderlichkeit, Luxus-Würstchen: Mit ihrem 250 Franken teuren Hotdog schaffte es der Streetfood-Stand «Heissihønd» aus Wettingen schon in zahlreiche nationale Medien. Auch die Online-Ausgabe von «Stern» berichtete über den dänischen Edel-Hotdog «Luksus».

Nun schafft es das Jungunternehmen ins Fernsehen: Am Montag strahlt der Privatsender «3+» die neuste Folge von «Bumann der Restauranttester» aus, in der das Untersiggenthaler Diner «Jensen’s Food Lab» seinen grossen Auftritt hat. Der Walliser Sternekoch Daniel Bumann gibt in der Sendung Gastronomen Tipps zum Überleben und ist für Beizer oft die letzte Rettung.

Dass der Restauranttester nun im Diner zu Besuch ist, sei aber nicht aus einer Notlage heraus geboren, sagt Robin Deb Jensen. Er ist Geschäftsführer des Wettinger Familienbetriebs Geissepeter GmbH mit den Standbeinen Streetfood/Catering, Hotelconsulting und Restaurant mit Lieferservice, zu dem sowohl «Heissihønd» als auch «Jensens Food Lab» gehört. «Das Diner lief nach der Eröffnung im vergangenen September gut an», sagt Jensen.

Den TV-Auftritt hat er einem seiner Gäste zu verdanken, der sich bei «3+» meldete. Daraufhin kontaktierte die Redaktion Jensen. Das dänische Diner bietet moderne Gastronomie: ein Jungunternehmer, der Streetfood anbietet. Das passte ins Konzept

Doch Jensen war zuerst etwas skeptisch. Daniel Bumann ist bekannt dafür, seine Kritik sehr direkt zu äussern. «Wir befürchteten, in einem schlechten Licht dazustehen», sagt Jensen. Schliesslich gab er sich aber einen Ruck. «Daniel Bumann ist sympathisch und authentisch.» Und man könne von ihm immer lernen.

Kamerateam war sprachlos

Robin Jensen und sein Team sind sich dank des Cateringservices und des Streetfood-Standes gewohnt, vor vielen Zuschauern zu kochen. Als im Oktober und November aber das Filmteam vorbeikam, sei doch Nervosität aufgekommen, sagt Jensen. «Vor laufenden Kameras zu kochen, ist ein ganz anders Niveau.»

Ein Moment blieb dem gelernten Hotelier besonders in Erinnerung: Als Daniel Bumann den ersten Bissen vom Hotdog nahm und den Geschmack kommentierte. «Da blieben sogar die Kameraleute sprachlos», sagt Jensen. Wie Bumann seine Kreation bewertete und was er vom 250-Franken-Hotdog sowie vom 75 Franken teuren «Schwulen Burger» hielt, wird an dieser Stelle noch nicht verraten.

Der erste Drohnen-Lieferservice

Nur so viel: Jensen verdient am Hotdog kaum einen Franken. Denn die Materialkosten von Kobe-Rindfleisch über Alba-Trüffel, persischen Safran bis zum sündhaft teuren Cristal-Roederer-Champagner belaufen sich auf rund 225 Franken. Die restlichen 25 Franken werden an den Verein «Mütter ohne Grenzen» überwiesen, der sich für Einelternfamilien einsetzt.

Ähnlich beim «Schwulen Burger»: Neben vergleichsweise höheren Kosten für die Zutaten fliessen 10 Prozent der Einnahmen an die Schwulenorganisation Pink Cross.

Auch für die Zukunft hat sich das 2016 gegründete Unternehmen viel vorgenommen. Neben der Eröffnung von weiteren Diners am 12. März in Baden sowie im Frühling 2019 in Aarau, Lenzburg und Wohlen testet Robin Jensen im kommenden Sommer zusammen mit einem israelischen Unternehmen den ersten Lieferservice mit Drohnen schweizweit.

Um die Mittagszeit soll die Drohne an einem vorher festgelegten Landepunkt das bestellte Essen für die Mitarbeiter ausliefern. Dazu sucht er noch Unternehmen in der näheren Umgebung von Untersiggental.

Jensen: «Bis jetzt haben zwei Unternehmen zugesagt.» Deren Namen will er zu einem späteren Zeitpunkt verraten, wenn alles unter Dach und Fach ist. «Weitere Firmen sind aber noch willkommen.»