Genau wie 2015 ist auch im letzten Jahr die Bilanzsumme der sechs Raiffeisenbanken der Region Baden-Brugg gewachsen: von 5,9 auf 6,2 Milliarden Franken (siehe Tabelle unten). Der Anstieg bedeutet ein Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Aber nicht nur: «Zum ersten Mal haben wir die Sechs-Milliarden-Franken-Grenze in der Region Baden-Brugg erreicht», sagte Daniel With, Leiter der Raiffeisenbank Rohrdorferberg-Fislisbach anlässlich der gestrigen Pressekonferenz.

Die Raiffeisenbanken Aare-Reuss, Lägern-Baregg, Rohrdorferberg-Fislisbach, Siggenthal-Würenlingen, Wasserschloss sowie Würenlos hätten im 2016 wiederum sehr gute Werte erzielt – trotz einem «äusserst dynamischen Marktumfeld», sagte With. So sei sowohl auf finanzieller als auch auf politischer Ebene viel gelaufen. Etwa der Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU (Brexit), das sehr verhaltene Wirtschaftswachstum, die Minuszinsen oder die Wahl von Donald Trump zum 45. US-Präsidenten. Ungeachtet dessen: «Die Ziele im Kreditgeschäft, bei den Kundenausleihungen und bei den Kundengeldern, haben wir erreicht und grossmehrheitlich gar übertroffen.»

Bauboom lässt nach

Was das Hypothekargeschäft – für die Raiffeisenbank von zentraler Bedeutung – betrifft, habe man im letzten Jahr bewusst mit einem tieferen Wachstum gerechnet, erklärte Hanspeter Lüthi, Leiter der Raiffeisenbank Siggenthal-Würenlingen. Dies, weil der Bauboom nicht mehr so stark zum Ausdruck gekommen sei wie in den Jahren zuvor. «In diesem Rahmen ist es uns doch gelungen, das Hypothekargeschäft um rund 170 Millionen Franken auszubauen.» Auch die Kundengelder auf der Passivseite habe man um über 200 Mio. Franken steigern können. «Das hat der Qualität der Eigenfinanzierung der Bankbilanzen gutgetan.» So könnten zum jetzigen Zeitpunkt über 94 Prozent der Hypotheken und Kredite mit eigenen Kundengeldern finanziert werden.

Auf der anderen Seite gibt es für Erspartes kaum mehr Zins, bestätigte Lüthi: «Die Zinsen für Sparkonten sind nahezu bei Null.» Trotzdem würden die Kunden ihr Geld den Banken anvertrauen. «Das zeigt, dass die Stabilität der Raiffeisenbanken geschätzt wird.» Minuszinsen einzuführen, wie es einige Mitbewerber teilweise gemacht hätten, sei derzeit kein Thema.

Obwohl der Geschäftserfolg geringer ausgefallen sei (–5,8 Prozent zu 2015), «hat uns das Jahresergebnis mit Freude erfüllt», sagte Lüthi. Es zeige, dass man die Kosten im Griff habe und die Banken über eine solide Basis verfügen würden. «Das Eigenkapital konnte gestärkt werden.» Gesunken ist der Geschäftserfolg, weil nach den «sehr guten Jahren» nun bewusst Investitionen getätigt worden sind. Zum Beispiel wurden mehrere Geschäftsstellen neu- oder umgebaut. With: «Dadurch ist der Sachaufwand zwar gestiegen, doch nun sind wir für die Zukunft gerüstet.»

Neue Mitglieder gewonnen

Auf Kurs sind die Raiffeisenbanken auch bezüglich Mitglieder, sind diese doch Mitbesitzer der Bank. «Im letzten Jahr konnten wir in der Region Baden-Brugg über 55 000 Genossenschafter betreuen», sagte Patrick Binkert, Leiter Raiffeisenbank Würenlos. Dies sei erfreulich, zumal «wir für viele die Hauptbank sind». Mit deren Spareinlagen würden zudem Hypotheken für andere Mitglieder oder Kredite für lokale KMU ermöglicht – somit die Region gefördert.

Dem laufenden Jahr blicken die Bankleiter positiv entgegen – auch wenn nicht weniger Turbulenzen an den Aktienmärkten erwartet werden und die Zinsen tief beziehungsweise negativ sind. Dank den USA, wo die langfristigen Zinsen etwas gestiegen seien, hätte der Druck zumindest leicht abgenommen, sagte With. Lüthi fügte an, dass sich die Geldpolitik auf nationaler Ebene etwas beruhigt habe. «Wir hoffen, dass der Trend anhält.» Für die Banken sei nun wichtig, das Flugniveau zu halten. «Das ist uns mit unserer stabilen Ausgangslage, sei es bezüglich Liquidität, sei es bezüglich Eigenmittel, sehr gut gelungen», sagte Lüthi.