Oberrohrdorf

Primarschüler haben 750 Eichen gepflanzt

Im Oberrohrdorfer Wald leisten Kinder einen Beitrag für die Natur.

Warm eingepackt in Kappe, Handschuhe und Schal, tragen die Drittklässler die kleinen Eichen durch den Morast. Die kalte Bise sorgt trotz Sonne für schlotternde Hände. Die Drittklässler Noël (10) und Linus (9) setzen eine rund 30 Zentimeter grosse Eiche in das vorgegrabene Loch und decken die Wurzeln des Bäumchens von Hand mit Erde zu. «Das fühlt sich an wie Knete», sagt Noël, als er in die Erde greift. Rund 50 Oberrohrdorfer Primarschüler helfen an diesem Herbstmorgen dem Forstrevier Heitersberg dabei, auf dem gerodeten Waldstück oberhalb des Gebiets Haberrüti 750 Eichen, 60 Eiben, 500 Hagebuchen und 100 Feldahorne zu setzen.

Zuvor hat Revierförster Peter Muntwyler den Kindern erklärt, weshalb die Bäume auf diesem Gebiet gefällt werden mussten. «Die Eschen waren krank, die Rottannen hatten mit Borkenkäfern zu kämpfen und die Buchen waren ausgetrocknet», sagt Muntwyler zu den Schülern, die sich im Kreis um ihn versammelt haben. «Jetzt pflanzen wir hier Eichen», sagt er und zeigt auf das eine Hektare grosse, gerodete Waldstück hinter ihm. Der Kanton unterstütze die Eichenförderung.

Primarschüler helfen in Oberrohrdorf 750 Eichen zu pflanzen

Primarschüler helfen in Oberrohrdorf 750 Eichen zu pflanzen

Rund 50 Oberrohrdorfer Primarschüler helfen an diesem Herbstmorgen dem Forstrevier Heitersberg dabei, auf dem gerodeten Waldstück oberhalb des Gebiets Haberrüti 750 Eichen, 60 Eiben, 500 Hagenbuchen und 100 Feldahorne zu setzen. Der Kanton unterstütze die Eichenförderung.

Der Förster erklärt, weshalb: «Diese Baumart ist wichtig für die Biodiversität. Rund 1000 Lebewesen von Insekten über Spinnen, Raupen, Vögel und Eichhörnchen leben auf einer Eiche.» Zudem würde dieser Baum die zunehmend heisseren und trockeneren Sommer besser aushalten. Die Eichen werden jeweils in Gruppen um Eiben gesetzt, die der Kanton ebenfalls fördert. Die Eichen werden bis zu 500 Jahre alt. «Stellt euch vor, was vor 500 Jahren war. Ihr schreibt heute Geschichte, indem ihr diese Eichen pflanzt», sagt Muntwyler zu den Kindern.

«Hier!», ruft Sara (9), als sie ein weiteres Loch entdeckt. Brianny (11) gräbt die Erde heraus und streckt danach Michaela (11) kichernd ihre dreckigen Hände entgegen: «Schau mal!» Gemeinsam setzen sie das Bäumchen in das Loch und drücken mit ihren Stiefeln die Erde leicht an. Einer der sechs Forstmitarbeitenden hämmert daraufhin einen Holzpfahl in die Erde neben der Eiche und stülpt ein grünes Plastikrohr, einen sogenannten Einzelschutz, über Pfahl und Bäumchen, um die Eichen vor den gefrässigen Rehen zu schützen.

«Wir investieren heute in die Zukunft, sowohl mit den Eichen als auch mit den Kindern», sagt Muntwyler. Er hofft, dass die Pflanzaktion noch lange in Erinnerung bleibt. «Denn man trägt dem Sorge, was man gern hat.» In etwa fünf Jahren werden die Eichen rund zwei Meter gewachsen und von der Lücke im Oberrohrdorfer Wald nicht mehr viel zu sehen sein. (sga)

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