Grand Casino Baden

Plötzlich hohe Schulden: Ein Software-Fehler stürzt Online-Casino-Spieler ins Minus

Das Grand Casino Baden steht vor einem Schlamassel: Einige ihrer Kunden sind hoch verschuldet, weil sie unwissentlich Geld verspielt hatten, das sie gar nicht hatten.

Das Grand Casino Baden steht vor einem Schlamassel: Einige ihrer Kunden sind hoch verschuldet, weil sie unwissentlich Geld verspielt hatten, das sie gar nicht hatten.

Es ist ein krasser Fehler, der für manche existenzielle Folgen hat: Ein Software-Update führte dazu, dass Beträge, die von PostFinance-Konten auf ein Spielkonto überweisen wurden, nicht abgebucht wurden. So spielten viele mit Geld, das sie gar nicht mehr hatten.

Online-Casinos erfreuen sich grosser Beliebtheit. Gerade während des Corona-Lockdowns suchten viele Abwechslung in der digitalen Spielhöhle. Und just in dieser Zeit passierte einem externen Zahlungsverarbeiter des Grand Casino Badens ein verheerender Fehler, so berichtet die SRF-Radiosendung «Espresso». Ein Software-Update führte dazu, dass vom 17. März bis Ende Mai Überweisungen vom Postfinance-Konto auf die Online-Spielkonti der Plattformen «jackpots.ch» und «casino777.ch» nicht abgebucht wurden. So glaubten die Betroffenen, dass ihr Postfinance-Saldo nach wie vor im Plus sei. Auch wenn ihr Guthaben längst aufgebraucht war. 

Am 8. wird der Software-Fehler bereinigt. Ganz zum Leidwesen der Kunden: Ihnen werden auf einen Schlag alle Überweisungen der letzten zweieinhalb Monate abgebucht. Der Schock ist gross, viele Onlinecasino-Spieler rutschen ins Minus, das Konto wird gesperrt. Was bleibt, sind Schulden zwischen ein paar hundert und mehreren zehntausend Franken.

Eingeständnis und Kulanz nur bedingt hilfreich

«Aufgrund eines Fehlers unseres externen Zahlungsverarbeiters wurden Überweisungen auf die Spielerkonten nicht wie üblich innert kürzester Zeit vom Postfinance-Konto abgebucht, sondern erst am 8. Juni», bestätigt Detlef Brose, CEO der Grand Casino Baden AG, welche die Onlinecasinos «jackpots.ch» und «casino777.ch» betreibt, den Fehler gegenüber SRF. 

Die Grand Casino Baden AG reagiert mit einer Kulanzregelung: Sie will den Betroffenen der verspäteten Abbuchungen alle Spielverluste rückerstatten, welche mehr als 30 Tage zurückliegen. Und auch die Postfinance kommt ihren Kunden entgegen. Sie erlässt die Negativzinsen auf Minusbeträge und bietet eine Zahlung in Raten an für diejenigen, welche die ihre Schulden nicht auf einmal bezahlen können. Das alles ist schön und gut, aber damit ist der Schaden nicht behoben. Denn die Betroffenen haben auch anderweitig Geld ausgegeben, weil ihr Kontostand höher schien als er tatsächlich war.

Zudem ist laut SRF noch unklar, inwiefern und ob der für den Debakel verantwortliche Zahlungsverarbeiter belangt wird.

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