Plastikexperiment Baden
Sechs Mal weniger Plastik im Blut: So wirkt sich der Verzicht auf den Körper aus

Viele Badenerinnen und Badener haben letztes Jahr mehrere Wochen auf Plastik verzichtet. Der positive Effekt zeigt sich auch in ihrem Blut.

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Um ein wissenschaftliches Ergebnis handelt es sich nicht, dafür ist die Anzahl Teilnehmenden beim Plastikexperiment zu tief.

Um ein wissenschaftliches Ergebnis handelt es sich nicht, dafür ist die Anzahl Teilnehmenden beim Plastikexperiment zu tief.

Sandra Ardizzone

Einkaufstaschen aus Stoff und Läden, die unverpackte Lebensmittel verkaufen, sind beliebt. Grund dafür sind die hitzigen Diskussionen rund um den Kunststoff Plastik. Denn wer zum Klimaschutz beitragen will, verzichtet häufig darauf. Ein neues Experiment zeigt, dass Plastik nicht nur in der Umwelt Folgen nach sich zieht, sondern auch für unseren Körper schädlich ist. Im Rahmen des Badener Plastikexperiments im März 2020 haben mehrere tausend Personen einen Monat lang, wo immer möglich, auf Plastik verzichtet. Dies, um zu zeigen, dass der Einzelne aktiv etwas gegen die Plastikrückstände im eigenen Körper tun kann.

Jeder kann in seiner eigenen Geschwindigkeit mitmachen

Ein Bluttest vor sowie coronabedingt vier statt einen Monat nach dem Experiment gibt Auskunft über die Veränderungen. Rund 230 Experimentierfreudige nahmen daran teil. Zum zweiten Bluttest meldeten sich 140 Personen. Die Messung und Auswertung der Bluttests übernahm das deutsche IGL-Labor GmbH, Institut für ganzheitliche Labordiagnostik. Das Experiment zeigte: Nach dem bewussten Verzicht konnte eine zwei- bis sechsfache Reduktion der Plastikrückstände im Blut gemessen werden. Brunhilde Mauthe, Medienverantwortliche für das Experiment, sagt:

«Wir haben uns über die Resultate gefreut und waren über die Höhe der Reduktion sehr überrascht. Speziell, weil die Resultate unabhängig von Alter und Geschlecht feststellbar waren.»

Natürlich handle es sich dabei nicht um ein wissenschaftliches Ergebnis, dafür sei die Anzahl an Teilnehmenden zu tief. Dennoch ist das Team überzeugt, dass das Experiment etwas bewirkt hat. «Es hat in verschiedenen Bereichen zu einer Sensibilisierung des eigenen Verhaltens geführt», sagt Mauthe. Das Schöne dabei sei, dass jeder in seiner eigenen Geschwindigkeit und Kapazität mitmachen kann.

Wie Sie Ihre Gesundheit beeinflussen können

Schon wenige Verhaltensänderungen im Umgang mit Plastik können bereits einen Einfluss auf die eigene Gesundheit haben, schreibt das Plastikexperimentteam. Zum Beispiel eine eigene plastikfreie Trinkflasche dabei zu haben sowie der Gebrauch einer plastikfreien Einkaufstasche. Ein weiterer Tipp: beim Kauf der Kleider auf synthetische Materialien in der Bekleidung achten. Brunhilde Mauthe:

«Vor allem beim Sport gelangt das Plastik besonders einfach in den Körper.»

Ein weiteres Beispiel sind Kosmetikartikel. Sei es die Verpackung oder der Artikel selbst. Ein leichter Start ist dabei, das Shampoo aus der Plastikflasche mit Naturseife zu ersetzen. Kleine Veränderungen kann jeder an seinem Alltag vornehmen. Mauthe betont, dass jeder seinen eigenen Weg gehen kann.

Jetzt geht das Experiment in die nächste Runde. In einem weiteren Schritt wird der Plastikgehalt einfachheitshalber direkt in den Zellen gemessen. Mauthe ergänzt: «Die Teilnehmenden müssen dann nicht direkt vor Ort sein. Zudem können grössere Mengen erfasst werden.» (wue)

Tipps und weitere Hintergründe auf www.plastikexperiment.ch

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