Man kann es nicht anders sagen. Aber diese Beschwerde war ein Flop. Ein 33-jähriger Serbe wehrte sich vor Obergericht gegen die Landesverweisung von fünf Jahren und verlangte eine tiefere Strafe. Der Mann hat am 26. März 2017, mitten in der Nacht, den «Pizza-Blitz» in Baden überfallen. Mit einem Messer bedrohte er den Angestellten und forderte ihn auf, die Kasse zu öffnen. Mit rund 900 Franken machte er sich aus dem Staub. Etwa zwei Wochen später hat er einen Kiosk in Dietikon überfallen. Wieder bedrohte er den Angestellten mit einem Messer. Dieses Mal entwendete er 2600 Franken aus der Kasse.

Der Angestellte verfolgte den Räuber zu Fuss und schaffte es, mit einer Eisenstange auf die Frontscheibe seines Autos einzuschlagen. Trotzdem flüchtete der Serbe mit dem Auto und lieferte sich eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei, bevor er festgenommen werden konnte.

Dicker Räuber überfällt Kiosk

Dicker Räuber überfällt Kiosk in Dietikon (Video vom April 2017)

Die Polizei stoppte den Mann nach einer kurzen Verfolgungsjagd auf einem Feld in Eggenwil. Dabei stellte sich heraus, der Täter ist kein Unbekannter.

Das Bezirksgericht Baden verurteilte ihn letzten Sommer zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und sprach einen fünfjährigen Landesverweis aus. Der Serbe akzeptierte das Urteil nicht. Doch das Obergericht beurteilt den Fall gleich wie die Vorinstanz. Es bestätigt die dreijährige Gefängnisstrafe und den Landesverweis.

Gefährlich, aber nicht verboten

Nur in einem Nebenpunkt kann der «Pizza-Blitz»-Räuber einen Erfolg verbuchen: Das beschlagnahmte Schweizer Armeemesser muss ihm auf Verlangen herausgegeben werden. Eine Einziehung komme nur infrage, «wenn ein solcher Gegenstand die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährdet», heisst es im Urteil des Obergerichts. Die Verbindung zu einem Delikt allein genüge nicht für eine Einziehung. Bei der mutmasslichen Tatwaffe, dem Armeemesser, handle es sich um einen «Gegenstand, der von jedermann legal erworben werden kann». Zwar könne nicht ausgeschlossen werden, dass von einem Messer eine Gefahr ausgehen kann. Dennoch rechtfertige der blosse Umstand, dass ein Täter mit einem solchen Gegenstand erneut eine Tat begehen könnte, die Einziehung nicht.

Sein Schweizer Armeemesser muss dem Serben also auf Verlangen herausgegeben werden. Er könnte es sogar nach Serbien mitnehmen. Es sei denn, das Bundesgericht beurteilt den Fall anders. Das Urteil des Obergerichts ist noch nicht rechtskräftig.