Fasnacht

«Piste gut» am Mellinger Nachtumzug

Der farbenfrohe und bunte Nachtumzug durch das verschneite Städtchen an der Reuss lockte hunderte Schaulustige und Narren an.

Die gute Nachricht vorweg: Die Pistenverhältnisse in Mellingen sind gut. Was Frau Holle diesen Winter noch nicht fertig brachte, schafften die Mellinger Fasnächtler mit links: Sie verzuckerten das Städtchen an der Reuss mit einer feinen weissen Schicht.

«Lueg emol, Schnee!!», quickten denn auch ein paar ganz kleine Fasnächtler vor lauter Freude. Die schlechte Nachricht: Zum einen Schneemann bauen reichte es dann doch nicht.

Kai(n)man auch in Mellingen

Traditionell mit drei Böllerschüssen wurde der Nachtumzug in Mellingen eröffnet. An der Spitze marschierten die Mellinger Tambouren, welche als traditionelle Waggis einen Hauch der Basler Fasnacht in den Aargau brachten. Danach wurde es immer lauter und bunter. Die zahlreichen Guggenmusigen heizten den vielen Zuschauern so richtig ein.

Für einige – vor allem weibliche – Fasnächtler wurde die Lage aber auch mal kurz ungemütlich. So machte sich die Höllengilde auf die Jagd nach dem Kai(n)man am Hallwilersee. Weil dieser auch an der Fasnacht – genau wie im letzten Sommer – niemandem ins Netz ging, fingen die Fasnächtler einige Besucherinnen und liessen sie eine Runde hoch über den Köpfen der zahlreichen Zuschauer schweben.

Panzerknacker, Tänzer und Trinkinger

Ihr Unwesen trieben auch die Panzerknacker, welche auf dem Dach ihres Wagens gleich mal das Aufschweissen eines Tresors übten. Und die Andalusier verabschiedeten sich nach zehn Jahren Fasnachtsstress schlichtweg einfach mal in die Ferien. Ernste Themen wie der Klimawandel wurden lustig und mit viel Liebe zum Detail bei den Wagen und Kostümen präsentiert. Oder die Vergangenheit wurde einfach nochmals hervorgeholt: Seien es die goldenen zwanziger Jahre und die Disco-Zeit der 90er oder noch viel weiter zurück die Steinzeit und ihre Höhlenmenschen wurden die guten alten Zeiten einfach gefeiert. Wie es die Trinkinger mit ihrem Spruch «Die Hörner hoch» vorlebten und zelebrierten.

Es war für jeden etwas dabei und die zahlreichen Zuschauer, welche mit kleinen Häppchen und Getränken versorgt wurden, genossen bei angenehmen Temperaturen – den Winter haben die Fasnächtler anscheinend schon vertrieben – den farbenfrohen Zug. Während sich die Routinierteren nach dem Umzug an einen Ball oder Party verschoben, reichte es für die Knirpse wenigstens noch zu einer veritablen Konfetti-Schlacht. Für eine Schneeballschlacht reichten denn auch selbst die Zauberkünste der Fasnächtler nicht aus.

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