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Ortsbus kurvt bald nicht mehr durch Obersiggenthal

Die provisorische Bushaltestelle beim Markthof wird bald entfernt.  wal

Die provisorische Bushaltestelle beim Markthof wird bald entfernt. wal

Der Obersiggenthaler Ortsbus kostet viel und wird von der Bevölkerung kaum genutzt. Darum wird die Testphase vorzeitig beendet.

«Der Versuch ist gescheitert», sagt Gemeinderätin Therese Schneider. «Es ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben.» Nach nur 5-monatiger Testphase wurde entschieden, das Projekt Ortsbus zu begraben.

Noch bis Ende Augst wird der Kleinbus die drei Routen «Hertenstein», «Kirchdorf/Tromsberg» (via Gässliacker) und «Oberdorf» noch befahren - dann ist Schluss. Die vom Einwohnerrat bewilligten Kosten von 75000 Franken sind bis dann aufgebraucht. Anzeichen auf eine Frequenzsteigerung gab es keine.

Verbesserungen brachten nichts
«Für diejenigen, die den Bus regelmässig benutzten, entsteht eine Lücke», sagt Schneider. «Denn diese Fahrgäste waren sehr zufrieden.» Doch nur sehr wenige wollten von dem Angebot profitieren. Für die meisten Obersiggenthaler fuhr der Ortsbus zu unregelmässig und vielen war er zu teuer.

Am 1. März hatte der Bus den Betrieb aufgenommen. Nach 2-monatiger Testphase wurde die Frequenz, trotz schlechter Auslastung von 2 Fahrten am Morgen auf zusätzlich 2 Fahrten am Nachmittag verdoppelt. Auch die Fahrtkosten wurden von 4 auf 3 Franken gesenkt.

Doch das hatte nicht viel genützt. Ein Anstieg der Fahrgäste erfolgte zwar, aber der Bus fuhr auch so meistens leer durch die Gegend. Der Einwohnerrat hatte eine Mindestvorgabe von 2 Personen pro Fahrt festgelegt. «Das wurde bei weitem nicht erreicht», sagt die Gemeinderätin

0.7 Gäste pro Fahrt

«Wir hatten nur 0,7 Personen pro Fahrt.» Bei dieser geringen Auslastung würden sich die Jahreskosten auf rund 190000 Franken belaufen. Der Gemeinderat könne dieses unbefriedigende Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht verantworten. «Gerade im Vergleich zu den massiv stärker frequentierten RVBW, wären die Kosten unverhältnismässig hoch», sagt Schneider.

Alternativen werden geprüft
Den Anstoss für einen Ortsbus gab das Altersleitbild. Damit sollte den älteren Leuten aus den Aussenquartieren ermöglicht werden, regelmässig ins Zentrum, zum Markthof, zu kommen. «Die Chauffeure waren sehr zuvorkommend, sie haben den Gästen auch mal die Einkaufstasche heimgetragen», sagt Schneider. Mit dem Ortsbus habe man auch den internen Verkehr der Gemeinde verringern wollen.

Das ist jetzt passé. Doch das Ende des Ortsbusses soll nicht das Ende der ursprünglichen Idee nach mehr Mobilität für Senioren sein: «Wir prüfen Alternativen. Die Kommission für Altersfragen wird das Thema wieder aufnehmen», sagt Schneider.

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