Gespannt warteten die Zuschauer auf den Einmarsch der 50 Musikerinnen und Musiker im Berikerhus. Als alle auf der Bühne ihren Platz eingenommen hatten, wurde das Konzert traditionell mit dem Schweizer Psalm eröffnet, der vom «Militärspiel Baden» stehend gespielt wurde. Auch alle Zuschauerinnen und Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen und lauschten andächtig den Klängen der Schweizer Nationalhymne.

Danach wurde das Publikum von Stefan Ehrensperger, Vorstandsmitglied und Waldhornbläser, begrüsst. «Seit Mitte Januar haben wir dieses Konzertprogramm in zehn Proben à jeweils drei Stunden einstudiert», sagte er.

Das diesjährige Thema war Sagen und Fantasien. Zu jedem Stück gab es eine Erklärung, und es wurde mit Bild- und Filmsequenzen unterstrichen. Der Anspruch an die Musiker ist hoch. So werden vor allem erstklassige Stücke ausgesucht, die anspruchsvolle Passagen und Läufe beinhalten.

Da zehn Proben im Jahr nicht reichen würden, um so ein Niveau zu erreichen, spielen die meisten unter dem Jahr in anderen Musikgesellschaften oder Orchestern mit.

Die Wahl der Stücke widerspiegelte nicht nur das Thema, sondern auch die Ansprüche des «Militärspiel Badens».

Mit der Ouvertüre der Oper des russischen Märchens «Ruslan und Ludmilla» begann die musikalische Reise durch die Fantasiewelten aus verschiedenen Ländern. Mit dem zweiten Stück, der «Huckleberry Finn Suite», wurde das Publikum zurück in die Kindheit versetzt und konnte die Abenteuer des Jungen noch einmal musikalisch durchleben.

Im zweiten Teil gab es eine Überraschung: Beim Stück «Loch Ness» von Johan de Meij begleitete ein Dudelsackspieler das Orchester. Dieser trug die traditionelle schottische Tracht mit Schottenrock und gab dem Stück noch mehr schottisches Flair.

Doch der Höhepunkt war definitiv das Abschlussstück «Lord of the Rings – Gandalf». Dort stellte sich das Orchester der Herausforderung, beim Spielen des Stücks genau mit dem laufenden Video auf der Leinwand übereinzustimmen.

Immer wieder warf Dirigent Hauenstein einen Kontrollblick auf die Leinwand und so spielte das Orchester den letzten Ton, als die Filmsequenz zu Ende war. Die Zuschauer waren begeistert und nach tosendem Applaus spielte das «Militärspiel Baden» noch zwei Zugabestücke.

Auch Hauenstein, der das Blasorchester erst zum zweiten Mal leitete, sagte: «Ich bin sehr zufrieden mit dem Konzert und der Leistung der Musiker.»