Den Videogames und den sozialen Netzwerken zum Trotz: Das Angebot der Offenen Jugendarbeit Region Rohrdorferberg (Mojuro) ist gefragt wie nie. So liegen bei den Jugendlichen nicht nur die «Träffpunkte» auf den Schulhausplätzen in Bellikon, Oberrohr- und Niederrohrdorf, Remetschwil und Stetten hoch im Kurs. Sie schätzen auch den Spielbus, die Sportnacht sowie die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Das «Badener Tagblatt» hat Sira Musso, Stellenleiterin der Mojuro, gefragt, welche Themen Jugendliche beschäftigen, welchen Einfluss das neue Oberstufenzentrum auf die Jugendarbeit hat und welche Projekte anstehen.

Sira Musso, der Oberstufentreff in Stetten hat seit Februar einmal die Woche geöffnet. Bisher war es
einmal im Monat. Wie haben die
Jugendlichen auf das neue Angebot reagiert?

Sira Musso: Wir sind sehr erfolgreich gestartet: Zwischen 25 und 35 Jugendliche besuchten die Abende. Das ist in Anbetracht der rund 80 Schüler, die in Stetten die Oberstufe besuchen, ziemlich viel. Jetzt hoffen wir, diese Frequenz halten zu können. Denn erfahrungsgemäss zieht es die Jungen im Sommer eher nach draussen.

Für den Treff wurde eigens eine
befristete 20-Prozent-Stelle geschaffen. Wie kam das?

Im letzten Jahr führten wir im Auftrag des Gemeinderates eine Umfrage an der Oberstufe durch. Es zeigte sich, dass die Schüler regelmässige Öffnungszeiten des Jugendraumes wünschen. Das ist nur mit einer professionellen Betreuung möglich. Hinzu kommt, dass wir mit unseren gemeindeübergreifenden Angeboten die Stetter Jugendlichen nur schwer abholen können.

Können Sie das näher erklären?

Der Sozialraum der Jugendlichen in Stetten ist anders als derjenige, der Rohrdorfer Schüler. Während Letztere ihre Freizeit in Nieder-, Oberrohrdorf oder Baden verbringen, halten sich die Stetter noch im Dorf auf. Das hat auch mit den schlechteren Busverbindungen zu tun. Die Belliker und die Remetschwiler Schüler sprechen wir an, weil sie die Oberstufe in Niederrohrdorf besuchen.

Die Mojuro legt viel Wert darauf, in jeder einzelnen Gemeinde präsent zu sein.

Ja! Wir versuchen, so gut es geht auf die Jugendlichen zuzugehen. Die Beratungen nehmen dabei eine wichtige Rolle ein. Die Jugendlichen können sich nicht nur während unserer Events Hilfe holen, sondern auch direkt bei uns im Mojuro-Büro im Zelgli 3 in Oberrohrdorf.

Welches sind denn Themen, die den Jungen heutzutage Sorgen bereiten?

Viele holen sich Rat, wenn sie beispielsweise Probleme in der Familie, im Lehrbetrieb oder die Lehre gar abgebrochen haben. Andere kommen zu uns, wenn sie wegen mangelnder schulischen Leistungen unter Druck geraten oder Fragen zu Beziehungen und Sexualität haben. Manche suchen auch Rat im Umgang mit Suchtmitteln. Sehen wir, dass es sich um vertiefte Anliegen handelt, so werden auch Fachstellen eingebunden.

Kommt das oft vor?

Nein. Aber im letzten Jahr kamen einige zu uns, die psychisch erkrankt waren. In solchen Fällen haben die Jugendlichen regelmässige Beratungen nötig. Dann begleiten wir sie zu Spezialisten.

Beratungen sind ein wichtiger Teil der Jugendarbeit. Welche Angebote werden auch rege genutzt?

Die Sportnacht, bei der Jugendliche Sport treiben, Musik hören und plaudern können, ist sehr beliebt. So kommt es vor, dass in den Turnhallen bis zu 90 Personen zugegen sind. Auch der Mädchentreff in Niederrohrdorf, den wir seit Februar neu einmal pro Monat anbieten, ist sehr gut angelaufen. Er steht allen jungen Frauen ab der 6. Klasse offen. Es wird geredet, gebastelt, gekocht, aber auch mal etwas Mädchenuntypisches gemacht wie etwa Fussballspielen.

Bieten Sie weitere Neuerungen an?

Der runde Tisch zum Beispiel, an dem sich Fachpersonen aus den Gemeinden treffen und sich über Jugendfragen austauschen. Jugendliche haben zudem die Möglichkeit, Anliegen und Projektideen zu platzieren. Neu ist auch die Sozialraumanalyse, die wir derzeit durchführen.
Denn mit dem neuen Oberstufenzentrum in Niederrohrdorf hat sich die Dynamik in den Gemeinden verändert; neue Schulwege, neue Aufenthaltsorte. Auch wir merken dies: Es kommen weniger Junge zu uns, weil das Büro nicht mehr an der Schulwegroute liegt. Aus diesem Grund sind wir auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten in Niederrohrdorf. Wir wollen wieder in der Nähe der Jugendlichen sein.