Seit der Eröffnung der Siggenthaler Brücke im Jahr 2002 leide Obersiggenthal unter einer regional überdurchschnittlichen Verkehrszunahme, schreibt der Gemeinderat. «Das Ziel des Kantons, die Verkehrsbelastungen nach der Eröffnung der Brücke auf beiden Seiten der Limmat gleichmässig zu verteilen, ist gescheitert.» Trotz lenkender Massnahmen würden die meisten, insbesondere die ortskundigen Automobilisten, den Weg via Nussbaumen und Kirchdorf wählen anstatt jenen durch Kappelerhof und Turgi. «Der Grund dafür ist, dass die Route durch Obersiggenthal um 1,6 Kilometer kürzer und topografisch attraktiver ist; es resultiert in jedem Fall ein Zeitgewinn.»

Zwar investiere der Kanton 39,7 Millionen Franken, um den Verkehr in und um Baden zu verflüssigen; doch die Massnahmen des Verkehrsmanagements zielten hauptsächlich darauf ab, den Verkehr Richtung Stadt zu steuern. «Die Verkehrsströme in umgekehrter Richtung, stadtauswärts, wurde bislang wenig Beachtung geschenkt, sie werden aber zunehmend zum Problem.» Die Autos in Obersiggenthal stauten sich, vor allem in den Abendstunden.

Durch eine Anpassung der Signalisation könnte die Situation mit relativ geringem Aufwand verbessert werden, ist der Gemeinderat überzeugt: Der Kanton soll beim Knoten Martinsberg die Signalisation Richtung Koblenz so anpassen, dass die Route nicht via Nussbaumen, sondern via Kappelerhof-Turgi führt.

Den Anstoss für den Antrag, den der Gemeinderat beim Kanton stellen wird, gab CVP-Einwohnerrat Dan Meier mit einem Postulat. Die Gemeinde wird, falls der Einwohnerrat zustimmt, vom Kanton ausserdem die Wiederaufnahme der Planungsarbeiten für die Sanierung der Landstrasse verlangen.