Eine Perspektive für die Nutzung der Nationalbahnlinie zwischen Wettingen und Mellingen zeichnet sich ab. In seinem Bericht zum Postulat von Nadia Omar (Team Baden) betreffend Nutzung Nationalbahntrassee hält der Stadtrat zwar fest, dass die für den Personenverkehr still gelegte Linie weiter von den SBB beansprucht würde.

Die SBB ihrerseits lassen jedoch verlauten, «neben dem bescheidenen Ausmass an Güterverkehr wäre es aus heutiger Sicht unter noch zu klärenden Randbedingungen denkbar, in ein normalspuriges Regionalverkehrsangebot (S-Bahn) über die Strecke zu führen».

Neuigkeiten gibt es in dieser Sache auch beim Kanton: Nachdem das Departement Bau, Verkehr und Umwelt im Jahr 2013 die technische Machbarkeit geprüft hatte, wird derzeit in einer Vertiefungsarbeit des Projektes «Oase» (Ostaargauer Strassenentwicklung) die Weiterführung der Limmattalbahn von Killwangen-Spreitenbach nach Baden und als Stadtbahn darüber hinaus untersucht. Bislang war der Bahnhof Baden als Endpunkt gedacht.

Gemäss Richtplaneintrag des Kantons Aargau ist das Nationalbahntrassee für den öffentlichen Verkehr freizuhalten. Sollten die SBB die Linie nicht mehr benötigen, bestünden grundsätzlich zwei Nutzungsmöglichkeiten: für einen S-Bahn-Betrieb oder als Tram- beziehungsweise Bus-Trassee.

Für Stadtbahn nur langfristig

Was Nadia Omar in ihrem Postulat zu prüfen fordert, ist beinahe traditionell Gegenstand der halbjährlichen Koordinationssitzungen zwischen der Stadt Baden und den SBB. Schon mehrfach hat die Stadt Baden nämlich den Wunsch angemeldet, die Linie der früheren Nationalbahn nutzen zu können. Die Freigabe des SBB-Trassees zwischen Wettingen und Mellingen für eine Badener Stadtbahn bleibt auch jetzt nur eine langfristige Option.

Auf diesem Trassee denken die Verkehrsplaner an eine attraktive Verbindung für den öffentlichen Verkehr, womit die vom motorisierten Individualverkehr überlastete West-Ost-Achse nachhaltig entlastet würde. Ob diese dann als Bahn, Tram oder Bus-Linie genutzt werde, lassen die schon länger existierenden Pläne noch offen.

Im Jahr 2004 haben die SBB den Personenverkehr auf der Nationalbahnlinie eingestellt. Dennoch halten die SBB nach wie vor an dieser Linie fest, weil das Trassee als Ausweichroute betrieben wird, wenn auf der Heitersberglinie aus irgendwelchen Gründen der Betrieb eingeschränkt oder gestört ist oder wenn Überkapazitäten beim Güterverkehr auf dem Ost-West-Korridor abwickelt werden müssen.