Und doch: Genau zu diesem Zweck haben Gemeindeammann Markus Dieth und Sandra Frauenfelder, Leiterin Standortförderung, eingeladen. Den rund 30 geladenen Gästen beim gemeindeeigenen Rebhüsli präsentierten sie den Wanderführer Wettingen.

Anstoss für den Wanderführer ein Postulat im Sommer 2009. In diesem forderte die CVP den Gemeinderat auf, das intakte Naherholungsgebiet von Wettingen der breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Dabei dachte die CVP in erster Linie an den Lägernhang und ans Eigi.

Drei Touren an der Limmat

Der Gemeinderat nahm dieses Anliegen auf und setzte eine Arbeitsgruppe bestehend aus Ortsbürgern und Vertretern der Verwaltung ein. Die Arbeitsgruppe und der Autor Franz Hard müssen sich den «Vorwurf» gefallen lassen, über das Ziel hinausgeschossen zu sein.

Herausgekommen ist nämlich ein wunderbares, 130-seitiges Werk mit elf Tourenvorschlägen - wovon sich deren vier aber nicht am Lägernhang befinden. «Eingebettet zwischen Limmat und dem sonnigen Südfuss der Lägern, bietet Wettingen vielfältigen Raum, um die Freizeit zu geniessen», platzierte Dieth gekonnt einen Werbeslogan.

Neben der Motivation zur Bewegung wolle man der Bevölkerung vor allem auch die kulturelle Bedeutung Wettingens näherbringen, erklärte Dieth.

Besuch erfordert Schwindelfreiheit

In der Tat: Der Wanderführer reiht nicht einfach verschiedene Tourenvorschläge auf, sondern vermittelt auch sehr viel Wissenswertes - so etwa wo sich das Arthur-Frey-Denkmal befindet, dass der Fischpass beim Stauwehr zu den grössten Anlagen Europas gehört und was es mit der Walhalla auf sich hat.

«Im unwegsamen Gelände unterhalb des Lägerngrates zwischen Wettinger Horn und Burghorn liegt das geheimnisumwitterte Walhalla. Walhall oder Walhalla bezeichnet in der altnordischen Mythologie den Ruheort der in einer Schlacht gefallen Helden», heisst es im Führer.

Wie genau man dorthin gelangt, erfährt man aber nicht. Und das mit gutem Grund: «Der Besuch ist nicht ungefährlich und verlangt neben gutem Schuhwerk vor allem Schwindelfreiheit», sagt Philipp Vock, Leiter Forstamt.

Teilweise Wiederholungen

Die elf Routen sind gleich aufgebaut: Am Anfang finden sich Hinweise über die Länge der Tour, Sehenswürdigkeiten, Ausgangs- und Endpunkte (oft bei Bushaltestellen) und Grillplätze.

Die einzelnen Sehenswürdigkeiten sind mit Text und Bild beschrieben. Und natürlich darf auch eine detaillierte Karte jeder Tour nicht fehlen, auf der die Sehenswürdigkeiten ebenfalls eingetragen sind.

Ein Wermutstropfen beim neuen Wanderführer: Da sich viele Routen - insbesondere entlang dem Lägernhang - kreuzen oder teilweise parallel verlaufen, wiederholen sich zum Teil die Ausführungen zu den Sehenswürdigkeiten.

Markierungen und Info-Tafeln

Doch selbst ohne Wanderführer kann man sich orientieren. Die Routen sind markiert und sechs Orientierungstafeln ermöglichen einen guten Überblick. Finanziert wurden die Tafeln von der Ortsbürgergemeinde mit 20000 Franken. Zudem steuerten die Ortsbürger weitere 30000 Franken an die Gesamtkosten von rund 70000 Franken bei.

Der Wanderführer kann im Rathaus an der Information für 25 Franken bezogen werden. «Wir haben 3000 Exemplare gedruckt; die Nachfrage ist bereits sehr gross», so Frauenfelder. Derweil stiess die CVP gestern Abend im Eigi auf das Resultat ihres Postulats an. Heimgefunden sollten alle haben - dem Wettinger Wanderführer sei Dank.