Die Quartierstrasse bei der neuen Überbauung «Im Feld» in Oberrohrdorf bewegt weiter die Gemüter: Erst forderten die beiden Eigentümerinnen Carmen Zangger und Cony Zimmerli anhand von Plakaten den Rückbau der «Rampe» (siehe az vom 28.6.). Nun liegen gegen das nachträglich eingereichte Baugesuch «Projektänderung Hochwasserschutz und Parkierung bei den Liegenschaften im Feld 1 bis 7» auch noch zehn Einwendungen vor.

Was war geschehen? Ursache des Widerstands ist die neue Quartierstrasse, die im östlichen Teilbereich höher angelegt wurde als ursprünglich geplant. Dies hat zur Folge, dass statt wie in den Bauplänen vorgesehen ebenerdig, Zangger und Zimmerli nun hinter einer ansteigenden Betonmauer zum Haus gelangen. Die Eigentümerinnen können diese Tatsache nicht akzeptieren, zumal sie die Liegenschaft aufgrund des direkten Zugangs erworben hatten. «Es wurde eine Änderung angebracht, ohne dass sie öffentlich aufgelegt worden war.»

Mit den Aussagen konfrontiert, sagt der federführende Architekt Norbert Walker, dass es sich um eine Terrainveränderung handle: «Im Gespräch mit der Gemeinde Ende 2015 ging man davon aus, dass diese nicht öffentlich aufgelegt werden müsse.» Aufgrund einer Anfrage seitens einer Eigentümerschaft habe sich die Bauherrschaft in Absprache mit der Gemeinde jedoch entschieden, die entsprechenden Terrainveränderungen als Baugesuch einzugeben, um Klarheit zu schaffen, sagt Walker. Zudem weist er darauf hin, dass das Haus der beiden Frauen noch immer ebenerdig zugänglich sei, wenn auch nicht mehr direkt von der Quartierstrasse aus.

Einigung am Tisch gesucht

Jetzt zeigt sich: Die Eigentümerinnen sind nicht die einzigen, die sich gegen die Projektänderung wehren. Wie Oberrohrdorfs Bauverwalter Bernhard Haller sagt, geht der Widerstand über die «Rampe» hinaus: «Von den zehn Einwendungen sind auch einige gegen kleinere Bauten wie zum Beispiel zwei Treppenstufen eingegangen, die gar nicht bewilligungspflichtig sind.» Haller ist zurzeit daran, die Einwendungen zu sortieren.

Danach wird er sie an Architekt und Bauherrschaft zur Stellungnahme schicken. «Liegt diese einmal vor, werden wir die beteiligten Parteien zur Einwendungsverhandlung einladen», sagt der Bauverwalter. Komme es dabei zu keiner Einigung, müsse der Gemeinderat auf Grundlage gesetzlicher Rahmenbedingungen über die Angelegenheit entscheiden.

Widerstand löst Ratlosigkeit aus

Doch warum wurde die «Rampe» überhaupt erhöht? Die Massnahme geht auf eine Hochwasserschutzmassnahme zurück. Die Krux dabei: «Weder im 2008 bewilligten Gestaltungsplan, noch in der Baubewilligung, die im Dezember 2011 für alle Etappen erteilt worden war, gab es bezüglich Hochwasserschutz Auflagen», sagt Architekt Norbert Walker. Erst bei Beginn der zweiten Bauetappe 2014 habe die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) Empfehlungen zum Hochwasserschutz abgegeben.

«Um die neuen Eigentümer frei von Schäden zu halten, hat sich das Baukonsortium ‹Im Feld› entschlossen, diese Empfehlungen umzusetzen.» Mit dem rund 300 000 Franken teuren Massnahmepaket hätten nun auch die neuen Eigentümer der ersten Bauetappe einen Vollschutz. Sprich: «Bei einem eventuellen Schadensereignis übernimmt die AGV die vollen Kosten. Immer unter der Voraussetzung, dass die Massnahmen auch entsprechend den eingegebenen Plänen umgesetzt werden.»

Dass sich gegen die Projektänderung Widerstand regt, lässt den Architekten etwas ratlos zurück: «Damit haben wir etwas Gutes getan.»