Wettingen

Neugestaltung des Rathauskreisels für 10'000 Franken erhitzt die Gemüter

Die Gemeinde will den Rathauskreisel neu gestalten.

Die Gemeinde will den Rathauskreisel neu gestalten.

Der Wettinger Rathauskreisel soll für 10'000 Franken neu gestaltet werden und ein Jubiläumssujet erhalten. Das stösst allerdings auf Widerstand.

Erneut drehen sich die Diskussionen in Wettingen um einen Kreisel. Diesmal sorgt die Neugestaltung des Rathauskreisels für Gesprächsstoff. Anfang Jahr war es noch der neue Mini-Kreisel beim Volg, der mit einer Kreditsumme von 1,8 Millionen Franken aufgrund der angespannten finanziellen Lage der Gemeinde auf Unverständnis stiess. GLP, SVP und Teile der Bevölkerung empfanden ihn als Luxuslösung, vom Einwohnerrat aber erhielt er den Segen.

Nun geht es also um den Innenbereich an der Kreuzung Alberich-Zwyssig-Strasse/Zentralstrasse. Der Rathauskreisel war der erste seiner Art im Kanton Aargau, ist über dreissig Jahre alt und wirkt auch nicht mehr ganz taufrisch. Die Insel zieren nur einige Rosensträucher und viel trockenes Gras.

Seit Samstag liegt nun ein Baugesuch auf, das online eingesehen werden kann. Es zeigt: Der Kreisel soll ein neues Kleid erhalten und auf das laufende 975-Jahr-Jubiläum Wettingens hinweisen. Auf den Plänen ist erkennbar, wie der Kreisel mit Rasen, Granitflächen, Findlingen, Gehölzen und Stauden neu gestaltet werden soll. Auf den Geburtstag Wettingens machen zwei Holzschnitte mit der Jubiläumszahl 975 aufmerksam.

Ausgaben aller Art haben einen schweren Stand

Die Kosten, im Baugesuch als Umgebungsarbeiten deklariert, belaufen sich auf 10'000 Franken. Bauherrschaft und Projektverfasser sind die Einwohnergemeinde Wettingen. Das Gesuch liegt bis am 29. Juni 2020 auf. Aufgrund der Coronapandemie ist eine Einsichtnahme vor Ort nur in begründeten Fällen und nach vorheriger Absprache möglich.

Seit der deutlichen Ablehnung der Steuererhöhung durch die Stimmbevölkerung und am Ende auch durch den Kanton haben Gemeindeausgaben aller Art einen schweren Stand in Wettingen. Auf dem Nachrichtenportal nau.ch schreibt ein Leser zum Rathauskreisel: «Es ist absolut unnötig, dafür Geld auszugeben. In dieser Gemeinde lernen sie es, einfach nicht zu sparen. Jetzt haben sie die Steuererhöhung nicht durchgekriegt, aber man versucht weiterhin alles zu tun, um Geld rauszuwerfen.» Ähnlich fallen die Äusserungen auf Facebook aus. «Der Kreisel kann gerne so bleiben, wie er ist», lautet noch einer der harmloseren Kommentare. «Hört auf, unser Geld aus dem Fenster zu schmeissen», fordert ein anderer. Ein weiterer Schreiber meint: «Damit ist das nächste Budget mit einem höheren Steuerfuss so gut wie sicher. Ich hoffe, dass die Stimmberechtigten wieder den Einwohnerrat und Gemeinderat zurechtweisen.»

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