Es ist eng im Gemeindehaus in Spreitenbach. Das 1964 erstellte Gebäude, das 1991/92 erweitert wurde, ist für die Belange einer Gemeinde mit heute 11 900 Einwohnern schon länger zu klein. Deshalb war ursprünglich geplant, dass Spreitenbach im Jahr 2021 ein neues Gemeindehaus erhält, um der zunehmenden Arbeit gerecht zu werden.

Doch der Plan entpuppte sich als zu ehrgeizig: Die Bevölkerung war mit der zuerst vorgeschlagenen Variante des Gemeindehauses nicht einverstanden, ihr war der Neubau mit 18,4 Millionen Franken zu teuer. So wurde der damalige Projektierungskredit an der Gemeindeversammlung im November 2017 bachab geschickt.

Sieben Monate später, an der Sommer-Gemeindeversammlung 2018, legte der Gemeinderat einen neuen Projektierungskredit vor für eine um rund 5 auf 13,2 Millionen Franken reduzierte Vorlage. 78 Stimmbürger waren dafür, 64 dagegen. Die Exekutive erhielt damit die Zustimmung, mit dem verschlankten Neubauprojekt weiterzufahren.

Nun ist dieses erneut einen Schritt weiter. An der Gemeindeversammlung vom 26. November wird die Bevölkerung über den Baukredit von 13,65 Millionen Franken abstimmen. Dieser fällt mit rund 400 000 Franken wieder leicht höher aus.

«Bei Kostenschätzungen von grösseren Bauten wie dem neuen Gemeindehaus sind plus minus 25 Prozent üblich.Nun befinden wir uns im Bereich eines Kostenvoranschlags mit plus minus 10 Prozent», sagt der für das Projekt zuständige Gemeinderat und Vizepräsident Markus Mötteli (CVP).

«In der Zwischenzeit mussten noch vertieftere Abklärungen getroffen werden, zum Beispiel zu einer optionalen Erweiterung der Tiefgarage oder zu ökologischen Aspekten. So ist neu eine Solaranlage auf dem Dach geplant.»

Deshalb kam der Baukredit auch nicht wie vorgesehen diesen Juni zur Abstimmung, sondern erst im November: «Die Arbeit innerhalb der Baukommission dauerte länger. Wir bevorzugen es, ein optimiertes Projekt vorzulegen, das ‹verhebt›», sagt Mötteli.

Keine Aufstockung, aber Verlängerung möglich

Das dreigeschossige Verwaltungsgebäude soll, wie von Beginn an geplant, auf dem Areal des Werkhofs und der Feuerwehr Spreitenbach-Killwangen – nur 200 Meter vom heutigen Standort entfernt – gebaut werden. War die erste Variante des neuen Gemeindehauses noch auf künftig 18 000 Einwohner und 86 Gemeindeangestellte ausgelegt, so ist es das inzwischen auf 15 000 Einwohner und 76 Mitarbeitende.

Das Dachgeschoss wurde gestrichen und die Grundfläche von knapp 5500 auf 4200 Quadratmeter reduziert. Archiv- und Büroflächen wurden verringert, die Einstellhalle verkleinert und das Foyer, das für Ausstellungen oder Apéros genutzt werden sollte, gestrichen.

«Sollte die Verwaltung später mehr Büros benötigen, können Reserven im Werkhofgebäude aktiviert oder das Gemeindehaus seitlich verlängert werden», erklärt Mötteli. Erst war geplant, das Gebäude so zu bauen, dass eine relativ unkomplizierte Aufstockung möglich gewesen wäre. Doch: «Darauf wurde aus Kostengründen im Rahmen der Projektüberarbeitung verzichtet.»

Geplant wäre, den Bau des Gemeindehauses Anfang 2021 zu beginnen: «Damit wir das Projekt für Offerten von Totalunternehmern ausschreiben können, benötigen wir noch zirka ein Jahr Planungszeit», so Mötteli. Für den Bau des Gemeindehauses rechnet der Gemeinderat mit anderthalb bis zwei Jahren.

Auf spätestens Herbst 2022 will man das neue Verwaltungsgebäude beziehen – sollte die Bevölkerung im November grünes Licht für den Baukredit geben. Tut sie das, erhält der Gemeinderat auch die Möglichkeit, den Umbau des alten Gemeindehauses in ein Schulhaus zu forcieren.

Was den dringend benötigten Schulraum betrifft, sei der Gemeinderat nun aber in erster Linie froh, dass bereits diesen Herbst mit dem Aushub für den dreigeschossigen Anbau beim Schulhaus Boostock – für fünf Schulzimmer – begonnen werden könne, damit dieser nach den Sommerferien 2020 bezugsbereit ist.

Nun hofft der Gemeinderat darauf, dass die Bevölkerung dem Baukredit zustimmen wird. Am Polit-Apéro am 25. Oktober wird er diese näher über das vorliegende Bauprojekt informieren.