Neuenhof
Jugendbühne stellt «Dinner for One» auf den Kopf

Nach langem Warten kann endlich wieder auf der Jugendbühne Neuenhof geschauspielert werden – die Regisseurin des neuen Stücks erzählt, worum es diesmal geht – und wie die Pandemie die Vorbereitungen beeinflusst hat.

Jeanine Kemper
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Die Jugendbühne Neuenhof erzählt in ihrer neuen Komödie eine Art Sequel zu« Dinner for One». In der Ursprungsversion muss der Butler von Miss Sophie die Gäste für ihren 90. Geburtstag spielen.

Auf der Jugendbühne wird wieder gespielt. (Archivbild)

Auf der Jugendbühne wird wieder gespielt. (Archivbild)

zvg

Doch dieses Mal ist die sonstige Protagonistin verstorben und die verschiedenste Figuren kommen für die Testamentseröffnung zusammen. Alle hoffen natürlich, dass sie der alleinige Erbe sind und daraus resultieren Verwechslungen und Missverständnisse. Und auch das eine oder andere Geheimnis wird aufgedeckt.

Neue Regisseurin ist am Zug

Isabel Ursprung schlüpft mit diesem Stück das erste Mal in die Rolle der Regisseurin. Seit fünf Jahren ist sie bei der Jugendbühne dabei, drei davon hat sie selbst auf der Bühne gespielt. «Die Arbeit als Regisseurin ist sehr spannend. Die eigenen Vorstellungen können umgesetzt werden. Leider fehlt einem manchmal der Ausgleich zum Leben, welche die Schauspielerei sonst geschaffen hat», sagt sie.

Denn die Arbeit als Regisseurin beinhaltet viel: Termine arrangieren, Pressekontakt, Kostüme organisieren, Farbauswahl, Probeweekend, passende Übungen für die Schauspieler aussuchen. «Aber ich hatte auch viel Unterstützung seitens des ganzen Teams», sagt Ursprung.

Besonders gefallen habe ihr die Umsetzung des Drehbuches. Wie mit Hilfe der Schauspieler das ganze Stück Gestalt angenommen hat. «Dieser Prozess war sehr schön», so Ursprung.

Covid hat wie immer das letzte Wort

Mit den Proben hätten sie schon im Sommer 2020 angefangen, doch dann kam, was auch sonst, Covid dazwischen. So wurde der Proberaum durch Zoomcalls ausgetauscht. In denen wurde dann immer wieder das Lesen des Skripts geübt. «Und wenn wir uns treffen durften, dann mit Abstand und auf Stühlen sitzend», sagt Ursprung.

Zwischenzeitlich wäre es schwierig gewesen, die Motivation aufrecht zu erhalten. «Das was als Regie Spass macht ist auf der Strecke geblieben», sagt Ursprung. Aber das ganze Team wäre immer mit Humor an die Sache ran und alle waren bereit, egal was kommt, das Theater weiter durchzuführen.

Aber auch die Ungewissheit der ganzen Situation hätte immer wieder an den Nerven gezehrt: der erneute Anstieg der Zahlen, jemand fällt wieder aus, die Besucheranzahl muss geändert werden. Jetzt sind es 80 Zuschauer pro Show und die 2G+ Regelung muss eingehalten werden. Auch fällt leider die warme Küche weg, aber den Massnahmen entsprechende Snacks werden angeboten.

Der Probenplan wird zu Beginn aufgestellt und seit Dezember wird der Durchlauf geübt. «Dabei wurde herausgeschrieben, was noch nicht so gut läuft und danach vertief angeschaut», sagt Ursprung. «Am Anfang habe ich auch passende Übungen für die Schauspieler ausgesucht.» Zum Beispiel wie die Schauspieler den Saal mit ihrer Stimme füllen können, ohne zu schreien. Oder das richtige Tempo finden beim Sprechen, dass das Publikum gerade bei viel Infos nicht überfordert ist.

Falls coronabedingte Konsequenzen auftreten, sind sie gewappnet: Der Probelauf letzten Sonntag wurde professionell aufgenommen. Das bedeutet, falls Corona im letzten Moment einen Strich durch die Rechnung macht, gäbe es immer noch die Möglichkeit, das Stück online zu zeigen. Momentan hat es immer noch freie Plätze, welche online reserviert werden können oder es reicht auch ein Gang an die Abendkasse.

«Miss Sophies Erbe» Jugendbühne Neuenhof, Premiere: 15. Januar, weitere Vorstellungen 21., 22., 16., 28., 29. Januar, katholisches Pfarreiheim, Neuenhof.

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