Wettingen

Neue Pächter im «Spatz»: Sie wollen sich vom Einheitsbrei abheben

Neue Gesichter im Wettinger «Spatz»: Geschäftsinhaber Costantino D’Ongia (l.) und Geschäftsführer Mirco Sgura.

Neue Gesichter im Wettinger «Spatz»: Geschäftsinhaber Costantino D’Ongia (l.) und Geschäftsführer Mirco Sgura.

Constantino D'Ongia und Mirco Sgura führen neu das beliebte Café am Wettinger Zentrumsplatz. Sie präsentieren eine einfach gehaltene Speisekarte.

Seit der Schliessung von «Gregi’s Spatz» Ende September wird in Wettingen gerätselt, wer das traditionelle Café übernehmen wird. Am vergangenen Donnerstag öffnete das Lokal nun erstmals wieder seine Türen. Neuer Geschäftsinhaber ist Costantino D’Ongia.

Zusammen mit seinem Bruder hat er vor vier Jahren bereits das italienische Restaurant Awarillo an der Landstrasse übernommen. «Als ich nach Wettingen kam, war es mein Traum, das ‹Awarillo› oder den ‹Spatz› zu übernehmen», sagt D’Ongia. Nun hat er sie beide.

Noch riecht man die frische Farbe, wenn man den renovierten «Spatz» beim Wettinger Zentrumsplatz betritt. Bald dürfte dieser Duft verschiedensten Kaffeearomen weichen. Hinter dem neuen Tresen glänzt und mahlt eine La Cimbali. «Das ist der Ferrari unter den Kaffeemaschinen», sagt D’Ongia.

Eigene Kaffeemischung und selbst gefangener Lachs: Geschäftsführer Mirco Sgura (links) und Geschäftsinhaber Costantino D’Ongia über die Spezialitäten im neuen Café «Spatz» in Wettingen

Eigene Kaffeemischung und selbst gefangener Lachs: Geschäftsführer Mirco Sgura (links) und Geschäftsinhaber Costantino D’Ongia über die Spezialitäten im neuen Café «Spatz» in Wettingen.

Der neue Pächter präsentiert einen Sack mit frischen Kaffeebohnen. «Caffé D’Ongia» steht darauf geschrieben. «Caffé war der Mädchenname meiner Mutter. Sie war Köchin», erzählt der 38-Jährige, der vor 17 Jahren aus Apulien nach Wettingen kam. Auf den Kaffee ist er besonders stolz. Es ist eine eigene Mischung, selbst zusammengestellt und von einer kleinen Rösterei in Luzern produziert.

Selbstgemachtes und Bier aus dem Wallis

Die Speisekarte ist einfach gehalten. Selbstgemachte Pasta nach Grossmutters Rezept und Pinsa, eine etwas andere Art von Pizza, finden sich im Angebot. Viele Speisen sind glutenfrei, vegetarisch oder vegan. Zum Kaffee gibt es selbstgemachte Guetzli. Das Bier kommt von einer Walliser Kleinbrauerei, der Wein aus Italien und der Schweiz. «Wir wollen uns vom Einheitsbrei anderer Gastronomen abheben», sagt D’Ongia.

Die Gäste sollen sich von morgens bis abends wohlfühlen. Familien mit Kindern sollen günstig essen können und der «Spatz» soll ein beliebter Treffpunkt in Wettingen bleiben. Deshalb kam es auch nie in Frage, den Namen zu ändern. Der «Spatz» sei bekannt und geniesse seit je einen guten Ruf.

Seit 62 Jahren ist er ein fester Bestandteil der Landstrasse im Zentrum der Gemeinde. «Schon Eigentümer Thomas Müller hat hier gewirtet», sagt D’Ongia. Müller ist auch der Eigentümer des «Awarillo». Es sei sein Wunsch gewesen, dass D’Ongia den «Spatz» übernimmt.

Fünf Angestellte arbeiten im Lokal, welches Restaurant, Café und Bar sein soll. Geleitet wird das Team von Geschäftsführer Mirco Sgura. Der Wettinger hat sich entschieden, nach 15 Jahren in Spanien in die Schweiz zurückzukehren.

Röhrli aus Pasta gegen den Klimanotstand

Am vergangenen Donnerstag fand die Eröffnung statt. «Wir haben keine Werbung gemacht, keinen Event angekündigt, sondern ganz einfach die Türen geöffnet», sagt Mirco Sgura. Trotzdem seien viele Leute gekommen, und fast so viele waren überrascht, als im Inneren alles anders aussah als in den vielen Jahren zuvor.

Der «Spatz» wirkt hell und modern, klar und aufgeräumt. Alles ist neu: das Parkett und die Platten am Boden, die Wandfarbe, die Theke, die Innen- und Ausseneinrichtung.

Das Porzellangeschirr stammt aus Italien, das Besteck kommt im Shabby Chic daher, die Trinkhalme sind nicht aus Plastik, sondern aus Pasta. Ganz im Sinne der Gemeinde Wettingen, die kürzlich ein Postulat zum Klimanotstand entgegengenommen hat.

«Wir legen viel Wert auf die Details», sagt D’Ongia. In diesem Punkt komme ihm die Erfahrung zugute, die er schon im «Awarillo» und in den zwölf Jahren zuvor im Restaurant Römerturm in Brugg gesammelt hat.

Neu ist im «Spatz», dass im hinteren Bereich mit den rund 30 Plätzen nicht mehr geraucht werden darf, obwohl eine Bewilligung vorhanden wäre. In den nächsten Tagen sollen neue Bilder mit der Geschichte Wettingens die Wände zieren und Olivenbäume platziert werden.

Die offizielle Eröffnung findet am 29. und 30. November statt. Dann kommen 22 Kilogramm Silberlachs ins Angebot, die D’Ongia auf einem Alaska-Trip selbst gefangen hat. Den Lachs auf dem Teller und den Spatz in der Hand: Für D’Ongia hat sich ein Traum erfüllt.

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