Gebenstorf

Neue Nutzung des Schulhauses Dorf: In Gebenstorf entwickelt sich eine Debatte

Das Schulhaus Dorf in Gebenstorf wurde 1930 gebaut.

Das Schulhaus Dorf in Gebenstorf wurde 1930 gebaut.

Für die Nutzung des alten Schulhauses Dorf stehen zwei Szenarien im Raum – auch Zukunft des Bläsihauses ist offen.

Es war ein sportlicher Zeitplan: Am 2. April 2019 fand in Gebenstorf der Spatenstich zum Baustart des neuen Schulhauses Brühl 3 statt. Nach den Sommerferien, am 10. August, wird im 12,5 Millionen Franken teuren Neubau der Schulbetrieb gestartet.

Kleiner Wermutstropfen: Der Gemeinderat hat entschieden, die am 5. September 2020 geplante Einweihungsfeier des Schulhauses aufgrund der Coronapandemie abzusagen. Stattdessen wird am 5. August in einem kleineren Kreis und Umfang die Schlüsselübergabe stattfinden. Dieser Anlass findet allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Schulhauses wird das alte Schulhaus Dorf mit dazugehörigem Pavillon nicht mehr von der Schule benötigt. Somit stellt sich für den Gemeinderat die Frage, wie in Zukunft das Areal mit den Schulhausbauten genutzt werden soll.

Die gegenüberliegende Liegenschaft Dorfstrasse 11 (Bläsihaus) wird aktuell als Unterkunft für Asylbewerber genutzt. Die Gemeinde verfügt jedoch mit der Liegenschaft Alter Kirchweg 5 über eine zusätzliche Alternative. Deshalb könnte auch das Bläsihaus für eine andere Nutzung entwickelt werden.

Ursprünglich war angedacht, das Schulhausland zu verkaufen und die Gebäude zu Gunsten von Wohnraum rückzubauen. Der Gemeinderat hat nun aber im Dorfmagazin «InForum» zwei Szenarien vorgestellt, die öffentlich diskutiert werden sollen. Szenario 1 sieht vor: Das Schulhaus und der ehemalige Pausenplatz bleiben erhalten. Die Schulräume werden umgenutzt und mit geringfügigen Eingriffen öffentlichen und privaten Nutzungen zugeführt.

Im Erdgeschoss könnten Räumlichkeiten für ein sogenanntes Futurama und eine Dorfchronik genutzt werden. Der Pavillon wird abgebrochen und durch neue Wohneinheiten ersetzt. Die neue Überbauung soll Familien attraktiven und bezahlbaren Wohnraum bieten. Der Pausenplatz kann als öffentlich zugängliche Anlage weiterhin durch die Bevölkerung genutzt werden.

Szenario 2: Das gesamte Areal wird privat genutzt. Das Schulhaus und der Pavillon werden abgebrochen und der öffentliche Freiraum mit den geschützten Bäumen wird aufgehoben. Die Parzellenform und Grösse des Areals (2761 m2) ermöglichen es, eine attraktive Wohnsiedlung zu realisieren.

Die Überbauung ermöglicht einen guten Wohnungsmix an zentraler und gut erschlossener Lage. Da der öffentliche Charakter des Areals komplett aufgehoben wird, soll das Areal an eine private Bauträgerschaft verkauft werden.

Auch für das Bläsihaus bieten sich Möglichkeiten

Das Bläsihaus ist wie das Schulhausareal im Besitz der Gemeinde. Das Gebäude wird durch Asylbewerbende bewohnt. Vor dem Entscheid, was mit dem Bläsihaus geschieht, soll die Entwicklung auf dem Schulhausareal geklärt werden, heisst es. Bei Szenario 1 mit Erhalt des Schulhauses stünde der Verkauf oder die Abgabe des Bläsihauses im Baurecht im Vordergrund. Bei Szenario 2 könnten das Futurama und eine Dorfchronik in das ehemalige Bauernhaus integriert werden.

Die FDP Gebenstorf hat das Thema aufgegriffen und führt am 19. August (19 Uhr) beim Schulhaus Dorf eine öffentliche Infoveranstaltung durch.

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