Die Horizont-Bilder waren Öl auf Leinwand gemalte, abstrakte Landschaften. Die verschiedenen Farbstreifen könnten Wasser oder Nebel sein, die auf einen Horizont, wie etwa angedeutete Berge, hinweisen. Die Besucherin Brigitta Kitamura aus Zürich lobte: «Die Farbkompositionen sind traumhaft, so etwas habe ich noch nie gesehen».

Galerist Hanns Bachlechner sagte: «Die Horizont-Bilder lassen Farbklänge erklingen, dort, wo Rationalität nicht mehr greift, nur noch Kunst, Poesie, Musik und Mystik, also Erkenntnisweisen, die die spirituelle Potenz der Menschen herausfordern.» Als Religionslehrer habe Oberhänsli-Widmer sich intensiv mit Jenseitsmythen verschiedenster Kulturen auseinandergesetzt. «In diesen Mythen gibt es archetypisch das Wasser, das die Seele des Verstorbenen überqueren muss, um ins Jenseits, an den Ort des letzten Aufgehobenseins zu gelangen», so Bachlechner.

Oberhänsli-Widmers Lieblingsbild ist ein Bild in Gelb- und Grüntönen, das ihn an Flüchtlinge erinnert, die Land erblicken und Hoffnung auf neue Geborgenheit finden. Auch er selbst begann einen neuen Lebensabschnitt: Die aktuelle Ausstellung ist ein Geburtstagsgeschenk der Galerie an ihn, der dieses Jahr 65-jährig wurde. Einige klassische Stücke von Augustin Mangore Barrios spielte Gitarrist Daniel Erni an der Vernissage als Geschenk für Oberhänsli-Widmer, den Erni seit über 30 Jahren kennt.

Nicht viel Freude hatte der international bekannte Mailänder Künstler Arrigo Barbieri, als seine 2-jährige Tochter barfuss über die noch nassen Bilder am Boden spazierte. Freude hatte er, als er das künstlerische Talent in ihr entdeckte, so stellte Bachlechner die heute 56-jährige Künstlerin Barbara Schärer-Barbieri vor, die auch für die Lichteffekte bei «Art on Ice» zuständig ist. Totgesagte Dinge führe sie zu neuem Dasein. Ein ausrangierter Tisch wird zu «Dono» (auf Deutsch: Geschenk). Eine Figur, die sich selbst als Abstellfläche anbietet. Die Gesten seiner Hände laden dazu ein, ihn mit Dingen aus dem Alltag zu «belasten».

Madeleine Grendelmeier aus Dietikon verguckte sich in die bunte Figur «Autunno». Sie sehe, wie er sie im Eingang ihrer Wohnung empfange. Es sei dann jemand da, aber doch nicht, denn die Skulptur, die auf einem Schemel sitzt, sich nach vorne beugt und sich nur mit einem Finger abstützt, sei wie von einer anderen Welt. Das Objekt kostet 1200 Franken, was Grendelmeier einen guten Preis fand. Kunst, die berührt, sei unbezahlbar.