Neubau
Für 13 Millionen Franken: Bauarbeiten für grösseres Gemeindehaus gestartet

Da Spreitenbach stark wächst, wird in der Nähe des Shoppingcenters ein neues Verwaltungsgebäude erstellt. Es ist auf 15'000 Einwohnerinnen und Einwohner ausgelegt. Bezug soll im Herbst 2023 sein.

Claudia Laube
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So wird das neue Gemeindehaus aussehen, wenn es 2023 fertig gebaut ist.

So wird das neue Gemeindehaus aussehen, wenn es 2023 fertig gebaut ist.

Visualisierungen: zvg

Pünktlich zum Beginn des neuen Jahres startet in Spreitenbach auch der Bau des neuen Gemeindehauses. Nach rund vier Jahren Planungs- und Vorbereitungszeit fand am Montag der Spatenstich statt. Neben Architekten, Unternehmern und Mitgliedern der Baukommission waren auch Gemeindepräsident Markus Mötteli (Mitte) sowie Gemeinderat Roger Mohr (SVP) anwesend.

«Für die Baukommission und die beteiligten Planer ist das ein grosser Moment und der Schritt von der Theorie in die Praxis», sagte Architekt und Gesamtprojektleiter Markus Schärer der fsp Architekten. Die Bevölkerung erhalte mit dem neuen Gemeindehaus an zentraler Stelle zwischen Dorf und Gewerbezone einen Zentrums- und Identifikationspunkt.

Vom neuen Gemeindehaus her blickt man auf das Shoppingcenter (im roten Hochhaus im Hintergrund).

Vom neuen Gemeindehaus her blickt man auf das Shoppingcenter (im roten Hochhaus im Hintergrund).

Auf der Wiese gleich vis-à-vis des Feuerwehrmagazins Spreitenbach-Killwangen und ganz in der Nähe des Shoppingcenters entsteht nun in den nächsten anderthalb Jahren das neue Verwaltungsgebäude. Dem Gemeindehaus mussten im Vorfeld ein älteres Mehrfamilienhaus und eine Scheune weichen. Nun starten die Aushubarbeiten.

Auch Mötteli zeigte sich erfreut, dass es endlich losgehen kann. Seit 2016 war das neue Verwaltungsgebäude geplant worden. Der Neubau wird nötig, weil das aktuelle – 1964 erstellt und 1991/92 erweitert – für die wachsende Gemeinde zu klein geworden ist. Es befindet sich rund 200 Meter vom neuen Standort entfernt und soll dereinst in ein Schulhaus umgebaut werden.

Am Spatenstich für das neue Gemeindehaus war neben Gemeindepräsident Markus Mötteli (3.v.l.) auch die gesamte Baukommission anwesend.

Am Spatenstich für das neue Gemeindehaus war neben Gemeindepräsident Markus Mötteli (3.v.l.) auch die gesamte Baukommission anwesend.

Bild: Sandra Ardizzone (10.1.22)

Waren es vor 20 Jahren noch rund 9000, so leben inzwischen über 12'000 Menschen in Spreitenbach. Unter anderem beim Tivoli Garten, bei dem bis in rund zwei Jahren 445 neue Wohnungen entstehen, werden viele weitere Einwohnerinnen und Einwohner erwartet. Insgesamt geht die Gemeinde bis im Jahr 2030 von einem Wachstum auf bis zu 15'000 Einwohnerinnen und Einwohnern aus.

13 Millionen Franken kostet das vierstöckige Gebäude im Minergiestandard die Gemeinde. Im Juni 2023 soll es fertiggestellt sein. Die meistfrequentierten Stellen werden im Erd- und im ersten Obergeschoss zu finden sein. Eine Tiefgarage mit 21 Parkplätzen soll den Gemeindehausplatz als Treffpunkt für die Bevölkerung freihalten. Der Vorplatz kann künftig auch für öffentliche Anlässe benutzt werden. Zudem gibt es auf der nordwestlichen Seite 21 Parkplätze für die Kundschaft. Geheizt wird über die neue Holzschnitzelheizungsanlage der Gemeinde, die in unmittelbarer Nähe beim Werkhof erstellt wird. Eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach unterstütze die nachhaltige Energieversorgung.

Einen teureren Kredit lehnte die Gmeind 2018 ab

Ursprünglich war geplant, dass das neue Gemeindehaus bereits 2021 fertiggestellt wäre. Doch der Plan entpuppte sich als zu ehrgeizig: Die Stimmberechtigten waren mit der zuerst vorgeschlagenen Variante nicht einverstanden, ihnen war der Neubau mit 18,4 Millionen Franken zu teuer. Sie schickten einen ersten Projektierungskredit deshalb an der Gemeindeversammlung im November 2017 bachab.

Eine Gmeind später legte der Gemeinderat, damals noch mit alt Präsident Valentin Schmid an der Spitze, einen neuen Projektierungskredit vor, für eine um fünf Millionen Franken reduzierte Vorlage. Diese kam knapp durch, mit 14 Stimmen Differenz. Dem darauffolgenden Baukredit stimmte die Bevölkerung Anfang 2020 - an der historischen Gmeind, an der 925 Stimmberechtigte teilnahmen - mit grosser Mehrheit zu.

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