An der vergangenen Badenfahrt hat die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal das Korps der Stadtpolizei bei deren Sicherheitsaufgaben unterstützt. Dies war auch der Anlass für die Vorsteher des Ressorts öffentliche Sicherheit in Baden und in Wettingen sowie die Chefs der beiden Korps, sich Gedanken über eine engere Zusammenarbeit zu machen. "Es ist ein historischer Moment", erklärte Badens Stadtammann Geri Müller bei der Begrüssung zur Medienorientierung, die beim Brückenkopf Ost der Hochbrücke, also auf Badener Boden, jedoch ennet der Limmat und dabei auf Wettinger Seite stattfand. Es würde Sinn machen, wenn man sich im Polizeibereich über eine enge Zusammenarbeit oder gar eine Zusammenlegung Gedanken macht, welche über die von Baden Regio eingeteilten Kooperations-Kreise hinausgehe, macht Müller klar.

Geri Müller, Stadtammann von Baden und Roland Kuster, Gemeindeammann von Wettingen über die geplante Polizei-Zusammenarbeit

Geri Müller, Stadtammann von Baden und Roland Kuster, Gemeindeammann von Wettingen über die geplante Polizei-Zusammenarbeit

Die Vorstände der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal und der Stadtpolizei Baden wollen eine mögliche Zusammenarbeit prüfen. Im Kurzinterview mit der «Aargauer Zeitung» geben Geri Müller, Stadtammann von Baden und Roland Kuster, Gemeindeammann von Wettingen Auskunft über die geplante Zusammenarbeit.

Potenzial ausschöpfen

"Wir haben dieselben Aufgaben, dieselbe Einsatzdoktrin, verfügen über dieselbe Ausrüstung und dieselben Mittel. Da liegt nichts näher, als wenn das gemeinsame Optimierungspotenzial genau überprüft wird", sagte Wettingens Gemeindeammann Roland Kuster. Sehr viele Aufgaben könnten gemeinsam gelöst, aber auch analysiert, hinterfragt und auf diesem Weg verbessert werden, so Kuster. Auch Doppelspurigkeiten würde man beseitigen, wie sie beispielsweise in den Bereichen Verkehrsinstruktion, Bussenadministration, Einsatzzentrale, Jugendpolizei sowie bei der Bewirtschaftung des Materials, der Einsatzmittel und Fahrzeuge stattfinden.

Wenn auch die Sicherheit und nicht das Thema Einsparungen zuvorderst stehe, würde ein Zusammengehen auch bedeuten, dass die Effizienz gesteigert oder benötigte Mittel günstiger beschafft werden können, sind sich die Gemeindevertreter wie auch die Polizeikommandanten einig. So sieht Badens Stadtrat Matthias Gotter, Vorsteher des Ressorts Sicherheit, mögliche Synergien auch in der Ausbildung, bei der Rekrutierung sowie bei der Präventionsarbeit.

Auch Fusion wird geprüft

Wie eng die beiden Korps künftig zusammenarbeiten werden, soll in den nächsten Monaten im Detail erarbeitet werden. "Die Badenfahrt hat gezeigt, dass eine sehr gute Zusammenarbeit möglich ist und auch Sinn machen würde", sagte Roland Jenni, Polizeichef der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal. Auch Andreas Lang, seit Anfang November Chef der Stadtpolizei Baden, ortet bei seinem Korps die Bereitschaft für eine enge Zusammenarbeit, zumal die vor zwei Jahren erfolgte Übernahme des Gebietes der ehemaligen Regionalpolizei Limmat-Aare-Reuss erfolgreich über die Bühne gegangen ist.

Käme es zu einer Fusion der beiden Polizeikorps, würde eine neue Polizeiorganisation entstehen, die für ein Gebiet mit 16 Gemeinden und rund 115'000 Einwohnerinnen und Einwohner zuständig wäre. Die Beteiligten sind auch offen für eine solche Lösung und warten mit Spannung auf die Resultate der Abklärungen.