Talk im Trafo
«Narzissmus ist eine Frage des richtigen Masses»

Reinhard Haller, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeut, packte die zahlreichen Zuhörer in Baden mit Erkenntnissen zum Narzissmus. Damit verhalte es sich wie es einst Paracelsus formulierte: Es sei eine Frage des richtigen Masses.

Mathias Küng
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Reinhard Haller spricht am Talk im Trafo über das Phänomen des Narzissmus.
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Reinhard Haller, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeut, begeisterte mit seinem Vortrag.
Andreas Binder erinnerte in seiner Ansprache an die Innovationfähigkeit als Stärke der Schweiz.
az-Verleger Peter Wanner bei seiner Ansprache
az-Verleger Peter Wanner (links) und Andreas Binder mit Referent Reinhard Haller in der Mitte
René Rhinow, Ombudsmann der «Nordwestschweiz» und ehemaliger Ständerat aus dem Baselland mit dem ehemaligem CVP-Nationalrat Beda Humbel
«Tages Anzeiger»-Verleger Pietro Supino (links) mit az-CEO Axel Wüstmann
V. l. alt Ständerat Philipp Stähelin, Erica und alt Bundesrat Arnold Koller, Cécile und alt Ständerat Julius Binder, Rosemarie und Anton Keller.
V. l. Alexander Rey, Christine Hehli Hidber (Binder Rechtsanwälte), az-CEO Axel Wüstmann, Referent Haller, Markus Läuffer (Binder Rechtsanwälte).
Annelies Guignard und ihr Mann, der vormalige Aarauer Stadtpräsident Marcel Guignard
Von links Leo Erne, Alfred Zimmermann von der Asana Gruppe und Grossrat Theo Voegtli
Marianne Wildi, CEO der Hypothekarbank Lenzburg, und Peter Schäpp

Reinhard Haller spricht am Talk im Trafo über das Phänomen des Narzissmus.

Annika Bütschi

Der von Binder Rechtsanwälte und den AZ Medien organisierte Talk im Trafo in Baden ist eine Institution. Dies zeigt sich daran, dass der Trafo-Hauptsaal nicht mehr für das mehrhundertköpfige Publikum reicht. Die Rede wurde zusätzlich in den Nebensaal übertragen.

Jahr für Jahr gelingt es, hochkarätige Referenten in die Bäderstadt zu holen. Erinnert sei etwa an Joachim Gauck, inzwischen deutscher Bundespräsident. Diesmal sprach Reinhard Haller, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeut und Chefarzt eines Behandlungszentrums für Suchtkranke in Vorarlberg.

Einleitend erinnerte Andreas Binder daran, dass es der Schweiz dank Innovation und Wachstum so gut geht, und er warnte vor Masseneinwanderungs- und Ecopop-Initiative.

Narzissmus, eine Art Selbstsucht

Haller selbst sprach zum hochaktuellen Thema Narzissmus, einer Art Selbstsucht. Er zeigte anhand heutiger Beispiele (etwa der «Like»-Sucht auf Facebook), wie aktuell der griechische Mythos des Narziss ist.

Der Unternehmer Ruedi Hug nahm mit: Ohne einen gewissen Narzissmus ist man eine graue Maus. Wer sich exponiert, braucht ein gewisses Mass Narzissmus. Es sei, wie einst Paracelsus formuliert und Haller bekräftigt hat, eine Frage des richtigen Masses.

Professor Jürg Beer vom Kantonsspital Baden imponierte, wie alte griechische Archetypen auf heutige Situationen anwendbar sind.

Grossrätin Marianne Binder zeigte sich fasziniert von einem Lehrstück Hallers, «wie man eine Rede hält und die Leute eine Stunde lang packt und fesselt». Für sie war es aber auch Selbstreflexion «und heilsam gerade auch als Politikerin».

Ähnlich erging es Ständerätin Christine Egerszegi. Für sie bleibt unvergesslich, wie man mit dem freien Wort begeistern kann. Besonders gefallen hat ihr das Bonmot Hallers, wie ein Narzisst Selbstmord begehe. Er klettere auf sein Ego und springe hinunter.

az-Verleger Peter Wanner weiss jetzt besser, wie Narzissmus funktioniert «und wie wir uns gegenüber Narzissten verhalten sollen».

Der frühere Kantonspolizeikommandant Léon Borer ist überzeugt, dass sich jeder und jede im Saal mit einer Führungsposition in der einen oder anderen Form angesprochen gefühlt und sich auf dem Nachhauseweg einige Fragen gestellt hat.

Einiges für den Umgang mit Narzissten gelernt hat auch Rachela Oppenheim. Und ihr Mann, Publizist Roy Oppenheim, staunte ob Hallers Spitzenleistung, einer Mischung aus Vorbereitetem, Verinnerlichtem und Spontanem.

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