Berufsschule in Baden

Anruf löst Polizei-Grosseinsatz aus – Schüler stundenlang in Sperrzone

Nach einem «verdächtigen Anruf» kam es am Mittwoch bei der Schule für Berufsbildung in Baden zu einem Grosseinsatz der Polizei. Einsatzkräfte umstellten die Schule, Schüler mussten drinnen bleiben. Am Nachmittag kam es zur Entwarnung.

Einsatzkräfte der Kantonspolizei und der Stadtpolizei Baden sind am Mittwochmorgen um 11 Uhr aufs Areal Baden Nord ausgerückt, nachdem ein "verdächtiger Anruf" eingegangen war, der die Kantonale Schule für Berufsbildung betraf. Wie die Kantonspolizei Aargau am Nachmittag mitteilte, konnte der Einsatz nach 14 Uhr beendet werden.

Drohanruf bei der Berufsschule Baden

Drohanruf bei der Berufsschule Baden

Am Vormittag ging bei der Schulleitung ein Drohanruf ein, worauf mehrere Einsatzkräfte ausrückten und das Areal weiträumig absperrten. Nach 3.5 Stunden ist klar: Es war eine falsche Drohung.

Ein Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt von Fislisbach – der Fall beschäftigte die Kantonspolizei gleichentags – hatte Polizeispreicher Bernhard Graser bereits am Mittag verneint.

Eine konkrete, unmittelbare Bedrohung für die Schülerinnen und Schüler hat gemäss Mediensprecher Roland Pfister nicht bestanden. Doch weil sie nicht sicher sein konnte, zeigte die Polizei martialische Präsenz rund ums Areal, auf dem sich die Berufsschule Baden, der Hauptsitz der Industriellen Berufslehren Schweiz und die Berufsberatung "Ask!" befinden, indem sie in Kampfmontur und Maschinenpistolen Stellung bezogen. Das Gelände wurde abgesperrt.

In der Werkk-Halle: ausgelassene Stimmung unter den evakuierten Berufsschülern.

In der Werkk-Halle: ausgelassene Stimmung unter den evakuierten Berufsschülern.

Zunächst wurden jene Schüler, die sich im Freien befanden, von der Polizei zur Sicherheit in die alte Schmiede "Werkk" beordert. Während Stunden durfte niemand ein Gebäude in der Sperrzone betreten noch sie verlassen. Die Polizeikräfte durchsuchten die Gebäude.

Jene Schüler, die sich im Schulzimmer aufhielten, mussten dort auch über Mittag ausharren. Wie ein von der az über Mittag im Schulhaus telefonisch kontaktierter Lehrer erklärte, plagte sie der Hunger, weil sie die Caféteria nicht aufsuchen durften.

Schulleitung: "Bewahren Sie Ruhe"

Nach 13 Uhr informierte der Leiter der Kantonalen Schule für Berufsbildung, Beat Jud, seine Schüler per Mail. Der Titel: "lm Moment Schulbetrieb im Schulhaus Bruggerstrasse eingestellt".

Im Mail hiess es weiter: "Liebe Lernende, wie Sie sicher bemerkt haben, befindet sich ein grosses Polizeiaufgebot auf dem Gelände ums Schulhaus Bruggerstrasse. Wichtig: Auf Anraten der Polizei sollen im Moment alle an ihren Plätzen verbleiben. Im Moment ist der Schulbetrieb im Schulhaus Bruggerstrasse eingestellt, d.h. niemand soll das Gebäude verlassen oder betreten. Gemäss unserem Wissenstand ist nicht die BBB im Zentrum der Gefahr, bitte bewahren Sie Ruhe und verbleiben Sie an Ihren Plätzen. Vielen Dank für euer Verständnis und eure Geduld."

Ein Angestellter eines Instituts auf dem Areal erklärte gegenüber der az, dass seine Belegschaft von der Polizei aufgefordert worden war, in den Büros zu bleiben.

Aus dem Gebäude Schmiedestrasse 13, in dem sich auch die Berufsberatung befindet, meldete sich ein Jugendlicher bei der az. Das Haus werde gerade Stock für Stock von den Polizisten durchsucht. 

Anruf war "missverständlich"

Wie Polizeisprecher Roland Pfister erklärt, konnte der Anrufer, der den Einsatz ausgelöst hatte, ermittelt und befragt werden. Es handle sich um einen Erwachsenen. Pfister: "Schlussendlich konnte die Erkenntnis gewonnen werden, dass der Inhalt des Anrufes missverstanden wurde." Der verdächtige Anruf war als Drohung eingestuft worden. Eine Gefahr für Personen habe "zu keiner Zeit bestanden".

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