Würenlos

Nach über 400 Jahren: «Chilemetzg» soll einem Neubau weichen

Das Projekt «Chilematt» von Meier Leder Architekten Baden. ZVG

Das Projekt «Chilematt» von Meier Leder Architekten Baden. ZVG

Dem baufälligen Hochstudhaus droht der Abbruch. An seiner Stelle soll ein Wohnhaus entstehen.

Über 400 Jahre hinweg prägte die «Chilemetzg» das Dorfbild in Würenlos. Im Jahr 1964 von der katholischen Kirchgemeinde erworben, wurde das Hochstudhaus in den vergangenen Jahren mehrmals im Inneren umgebaut und für verschiedene Zwecke genutzt. Nun soll das baufällige Gebäude abgerissen werden und an seiner Stelle ein Ersatzneubau entstehen. Kirchenpflege und Baukommission stellen der katholischen Kirchgemeinde einen Antrag zur Annahme eines Planungs- und Baukredits in Höhe von knapp 7,6 Millionen Franken. Über den Kreditantrag wird am 13. November an der Kirchgemeindeversammlung abgestimmt.

Das Projekt, das den Namen «Chilematt» trägt, sieht einen dreistöckigen Holzelementbau vor, wie die Kirchgemeinde in der Einladung zur Kirchgemeindeversammlung schreibt. Im Erdgeschoss sind Atelierwohnungen und Gewerberäume mit direktem Zugang zur Schulstrasse geplant, in den beiden Obergeschossen sollen acht Wohnungen mit dreieinhalb und viereinhalb Zimmern entstehen. Das Gebäude soll in Richtung Kirchenvorplatz mit einem Seitenflügel erweitert werden, in dem sich unter anderem ein Gemeinschaftsraum mit Garderobe und Teeküche befinden wird. Dieser würde von der katholischen Kirchgemeinde genutzt und soll das bestehende Angebot der Kirchenräume erweitern.

Schlecht erhaltenes Gebäude

Für die Planung und Durchführung des Projekts sind vor rund zwei Jahren sieben Vorschläge eingegangen. Der beste Beitrag wurde von einer Jury mit Vertretern aus kantonalen und kommunalen Behörden ausgewählt und zur Weiterbearbeitung eingereicht. Bereits im Jahre 2012 hatte die Kirchgemeinde eine Sanierung der Liegenschaft geprüft, diese jedoch als kritisch und unverhältnismässig teuer befunden.

Über mehrere Jahrhunderte hinweg hatte sich der Zustand des Gebäudes nach unzähligen Umbauarbeiten schrittweise verschlechtert, sagt Alfred Koller, Präsident der Kirchgemeinde. «Lediglich fünf bis sieben Prozent des Hauses sind heute noch haltbar.» Die katholische Kirchgemeinde als Eigentümerin hat den Bau in der Vergangenheit nur sporadisch genutzt und deshalb wenig in den Erhalt investiert. Mehrmals wurden die Räumlichkeiten verpachtet: «Lange war eine Metzgerei im Gebäude eingemietet, jetzt befindet sich an dieser Stelle ein Blumen- und Souvenirladen», sagt Koller. Auch eine Familie mietet derzeit noch eine kleine Wohnung im Haus. Diese wisse aber schon lange über den geplanten Neubau Bescheid, betont Koller.

Die «Chilemetzg» ist direkt umgeben von denkmalpflegerisch geschützten Bauten, ist trotz einer Prüfung selbst aber nie als schutzwürdig erklärt worden. Das Ende des historischen Gebäudes steht bevor. Bei einer Annahme des Baukredits sollen die Rückbauarbeiten im November 2018 beginnen.

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