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Nach Teilerfolg im Seetal: Die Pro-Natura-Beschwerde hat auch für Birmenstorf Folgen

In Birmenstorf soll die Fläche für Treibhäuser ausgeweitet werden.

In Birmenstorf soll die Fläche für Treibhäuser ausgeweitet werden.

Gemüsebauern möchten mehr Gewächshäuser, die Gemeinde Birmenstorf sucht nun nach Lösungen.

Das Aus der Aprikosenpflanzer im Seetal wird auch in Birmenstorf mit grosser Aufmerksamkeit verfolgt. Zwei Bauern in Egliswil müssen ihre Folientunnels abbrechen, weil der Regierungsrat eine Beschwerde von Pro Natura gutgeheissen hat.

In einer Medienmitteilung schreibt Pro Natura Aargau: «Der Entscheid hat wegweisende Bedeutung über die Fälle am Hallwilersee hinaus. In Birmenstorf sollen auf mehr als 13 Hektaren Gewächshäuser in einer Landschaft von nationaler Bedeutung gebaut werden.

Das entspricht einer Fläche von 18 Fussballfeldern.» Ein Grossteil der vorgesehenen Gewächshäuser liege in der geschützten Reusslandschaft, die im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) eingetragen sei.

Das Projekt in Birmenstorf betrifft laut Pro Natura eine riesige Fläche neuer Gewächshausbauten. Das fruchtbare Ackerland könnte unwiederbringlich versiegelt werden. Matthias Betsche, Präsident von Pro Natura Aargau, sagt: «Industrielle Gewächshäuser gehören nicht in eine geschützte Landschaft von nationaler Bedeutung. Die Landwirtschaftszone soll auch einer landwirtschaftlichen Produktion auf Ackerboden vorbehalten bleiben, welche diesen Namen verdient.»

Die Gemeinde nimmt die Bedenken ernst

Die Bedenken von Pro Natura und von anderen Verbänden und Parteien seien auch in Birmenstorf angekommen, sagt Gemeindeammann Marianne Stänz (CVP). Im Jahr 2018 war noch davon die Rede, dass der Grosse Rat über eine Vergrösserung der Speziallandwirtschaftszone um 13,33 Hektaren abstimmen wird. Doch ob dieses sogenannte Richtplanverfahren je vor das Parlament kommen wird, ist momentan zumindest fraglich.

Marianne Stänz sagt: «Wir suchen derzeit nach anderen Lösungen.» Die Gemeinde möchte eine ausbalancierte Variante, die sowohl die Gemüsebauern und die Naturschützer als auch die Gemeinde und den Kanton zufriedenstellt. «Wir wollen in den nächsten Wochen und Monaten mit den involvierten Parteien Gespräche führen», kündigt Stänz an.

Mit einer Veränderung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) könnte Birmenstorf ein Richtplanverfahren umgehen. Sobald die BNO ausgearbeitet ist, müsste die Gemeindeversammlung darüber abstimmen. Erst danach können die Gemüsebauern Baugesuche stellen für Folientunnel oder Gewächshäuser.

Stänz sagt: «Wir würden im Baubewilligungsverfahren keinen grossen Ausbau unterstützen und darauf achten, dass der Boden nicht versiegelt wird.» Man wolle den dörflichen Charakter und die Landschaft rund um Birmenstorf erhalten. Die Gemeinde versuche aber, den einheimischen Gemüsebaubetrieben wenigstens ein gewisses Wachstum zu ermöglichen.

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