Wettingen

Nach sexuellem Missbrauch durch Asylbewerber: Müssten Strassenlampen auch nachts leuchten?

Wettinger Sexopfer musste im Dunkeln nach Hause, weil Gemeinde Lichter löscht

Wettinger Sexopfer musste im Dunkeln nach Hause, weil Gemeinde Lichter löscht

Ein Asylbewerber verfolgte eine junge Frau bis in ihre Wohnung und missbrauchte sie dort sexuell. Nun wird Kritik daran laut, dass die Gemeinde seit Februar um 1 Uhr morgens die Lichter löscht.

Ein Asylbewerber verfolgte eine junge Frau in Wettingen bis in ihre Wohnung und missbrauchte sie dort sexuell. Nun wird Kritik daran laut, dass die Gemeinde seit Februar um 1 Uhr morgens die Lichter löscht.

Nach dem sexuellen Übergriff eines 22-jährigen Asylbewerbers auf eine junge Frau laufen die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren. Nach der schrecklichen Tat in der Nacht auf letzten Sonntag wird auch Kritik an der Gemeinde Wettingen laut. Denn seit Mitte Februar werden in Wettingen die Strassenlampen um 1 Uhr nachts abgeschaltet, wie Recherchen des Regionalsenders Tele M1 zeigen. 

Viele junge Frauen sind deswegen beunruhigt und fühlen sich unsicher. «Es ist stockfinster», erklärt eine Passantin und findet den Entscheid der Gemeinde, die Strassenbeleuchtung nachts abzuschalten, dumm. Auch weitere Befragte sind überzeugt, dass sie sich sicherer fühlen würden, wären die Strassen auch während der Nacht beleuchtet. 

Afghanischer Asylbewerber nach sexuellem Übergriff in Wettingen verhaftet

Afghanischer Asylbewerber nach sexuellem Übergriff in Wettingen verhaftet (Beitrag vom 22. Juni 2020)

  

Nächtliches Licht-Aus in vielen Gemeinden seit Jahren üblich

Dass Wettingen seit Februar nachts die Lichter löscht, hat mehrere Gründe. Die Gemeinde erhofft sich dadurch weniger Lichtverschmutzung und Einsparungen von rund 20'000 Franken pro Jahr. Wettingen folgt damit dem Beispiel mehrerer Aargauer Gemeinden, die das nächtliche Lichterlöschen seit Jahren so handhaben. 

Das sei lobenswert, aber nicht auf Kosten der Sicherheit, wie Jürg Baumann findet. Gegenüber Tele M1 erklärt der SVP-Einwohnerrat: «Man müsste das Licht nachts wieder brennen lassen. Oder das Licht erst später löschen, vielleicht erst um 2 Uhr.» 

GLP-Vorstoss nicht wortgetreu umgesetzt

Die Idee für das nächtliche Lichterlöschen stammt aus der Feder der Wettinger Grünliberalen. Der Vorstoss der Partei sei allerdings in abgeänderter Form umgesetzt worden, wie GLP-Einwohnerrätin Manuela Ernst erklärt. «Wir haben damals gefordert, dass die Abschaltung der Strassenlampen nur unter der Woche erfolgt und dass das Licht an den Wochenenden bleibt.» So handhabt es heute etwa auch die Stadt Baden.

Das Thema Strassenbeleuchtung bleibt ein Diskussionsthema in Wettingen. Erst kürzlich wurde in einer Motion gefordert, die Strassenlampen in der Nacht gar eine Stunde länger ausgeschaltet zu lassen. Ob der Übergriff vom letzten Wochenende an diesem Begehren etwas ändert, wird die Zukunft zeigen. (luk) 

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