Baden

Nach der OVS-Pleite: Jetzt kommen die Dänen nach Baden

Seit Dienstag ist klar, wer in das leerstehende Ladenlokal beim Löwenbrunnen einzieht: Bald gibt es Designartikel und Haushaltswaren, wo früher Vögele Mode und OVS Kleider verkauften.

Es war ein Schock für den Schweizer Detailhandel (wenn auch ein absehbarer), als der italienische Modekonzern OVS im vergangenen Mai ankündigte, sämtliche Schweizer Filialen zu schliessen. Nur kurz zuvor hatte das Unternehmen das Modehaus Charles Vögele übernommen. So verschwand Vögele Mode nach Jahrzehnten endgültig aus den Schweizer Innenstädten – auch in Baden. Jetzt ist klar, wer im Lokal an der Weiten Gasse 34 beim Löwenbrunnen einzieht: eine Filiale der dänischen Ladenkette «Søstrene Grene».

Die Hausbesitzerin Swiss Prime Site teilte das gestern auf Anfrage mit, nachdem es in einer Pressemitteilung des Immobilienkonzerns hiess, sämtliche leerstehenden OVS-Flächen von Swiss Prime Site seien wieder vermietet. Schon länger war klar, wer an den anderen Aargauer Standorten in Aarau (die Modekette New Yorker) und in Frick (Aldi) Nachmieter von OVS wird.

Das Ø ist ein Ö

Für den Ladenmix in der Badener Innenstadt dürfte das neue Angebot eine Bereicherung sein, zumal sich die Läden von «Søstrene Grene» grosser Beliebtheit erfreuen. In den Geschäften wird im Hintergrund klassische Musik gespielt, die Kunden sollen sich wohlfühlen beim Stöbern in den verschlungenen Gängen voller Designartikel. Die Firma «Søstrene Grenes Handelskompagnie» (deutsch «Handelskompanie der Schwestern Grene»; das durchgestrichene Ø ist ein dänisches Ö) hat ihren Hauptsitz im dänischen Aarhus und wurde 1973 gegründet.

Damals verkauften Knud Cresten Vaupell Olsen und seine Frau Inger Grene vor allem Kaffee und Schnaps. Das Sortiment hat sich rasch auf allerlei Haushalts- und Schreibwaren ausgedehnt. Das Unternehmen wirbt heute unter anderem mit dem Motto «Die wunderbare Welt von Anna und Clara». Diese beiden «betagten Grene-Schwestern» sind aber laut der Website des Unternehmens fiktiv und nur zu Marketingzwecken erfunden worden.

Auf Expansionskurs

«Søstrene Grene» ist derzeit stark auf Expansionskurs. Es gibt mittlerweile Filialen in 15 europäischen Ländern und in Japan, die meisten davon auf Franchisenbasis. Die Filiale an der Weiten Gasse in Baden wird die fünfte in der Schweiz sein, es gibt bereits Läden in Zürich, Bern und St. Gallen. Als erster Schweizer Standort wurde vor gut einem Jahr ein Geschäft am noblen Zürcher Rennweg eröffnet.

Die Badener Filiale liegt ebenfalls an einer noblen Adresse: Die Häuser zum Rüden, zum Adler und zur Waage an der Weiten Gasse wurden im 15. Jahrhundert gebaut. 1973 wurden sie durch einen modernen Neubau ersetzt. Das «Hotel de la Balance» im Haus zur Waage war einst das feudalste Hotel der Badener Oberstadt. 1954 zog hier Kleider Frey ein, aus dem später eine Filiale von Vögele Mode wurde.

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