Dem Industriekonzern ABB droht eine Kündigungswelle, wie die «Schweiz am Sonntag» unter Berufung auf Insider berichtet. Bislang hatte ABB stets betont, man werde das angekündigte Stellenabbauprogramm über die natürliche Fluktuation abwickeln.

Demnach hätten Arbeitsplätze etwa nach freiwilligen Kündigungen oder Pensionierungen nicht mehr ersetzt werden sollen. Auf Anfrage der «Schweiz am Sonntag» schliesst ABB nicht aus, dass Kündigungen ausgesprochen werden.

ABB-Sprecherin Sandra Wiesner betont aber: «Entlassungen soll es nur geben, wenn es unumgänglich ist.» Der Stellenabbau solle «verantwortungsvoll und so sozialverträglich wie möglich» erfolgen.

«Bei einer jährlichen Fluktuationsrate von 4 bis 6 Prozent und aktuell rund 140 000 Mitarbeitern ergibt sich ein erhebliches natürliches Sparpotenzial.» Spiesshofer setzt gemäss dem Insider bei seiner Vorwärtsstrategie auf die unbedingte Loyalität der Mitarbeiter.

Sie dürfen keinen Zweifel daran lassen, dass sie nach seinen Vorgaben mitziehen. Kritik am Chef werde hingegen als Fehlen dieser Loyalität aufgefasst. Wer dies dennoch tue, werde darum erst einmal aus dem engsten Kreis um Ulrich Spiesshofer herum ausgeschlossen.