Untersiggenthal

Nach dem Tiefgaragen-Drama: Die Bauhalde ist wieder im Schuss

Neuer Spielplatz statt alter Kindergarten: Über der Bauhalde-Tiefgarage spielen auch in Zukunft wieder Kinder.

Bauhalde Untersiggenthal

Neuer Spielplatz statt alter Kindergarten: Über der Bauhalde-Tiefgarage spielen auch in Zukunft wieder Kinder.

Die einst einsturzgefährdete Tiefgarage der Siedlung ist saniert – offen ist, was mit den Ersatzparkplätzen geschieht.

Noch flattern rot-weisse Absperrbänder rund um die frisch gesäten Rasenflächen. Abgesehen davon ist den Mehrfamilienhäusern im Untersiggenthaler Bauhalde-Quartier nicht mehr anzusehen, was sich hier in den letzten Jahren für Ärgernisse zugetragen haben. Ein Teil der Häuser ist jetzt frisch saniert, die Grünflächen sind neu gestaltet, und dort, wo einst der Kindergarten stand, gibt es einen grosszügigen Spielplatz mit Rutschbahnen, Schaukeln und Pingpong-Tisch.

Die Tiefgarage direkt unter dem ehemaligen Kindergarten Bauhalde war die Ursache allen Übels: Weil sich einige der Eigentümer der Siebzigerjahre-Siedlung jahrzehntelang nicht um die Einstellhalle kümmerten, war sie einsturzgefährdet. Immer wieder war Wasser eingedrungen, der Beton bröckelte. Der Kindergarten – direkt über der Garagendecke gelegen – war im Sommer 2009 kurzfristig geräumt worden, die Kinder mussten ins Zelgli umziehen, das Gebäude wurde abgesperrt.

Plötzlich ging es schnell

Im Herbst 2011 verfügte der Untersiggenthaler Gemeinderat dann die Schliessung der Tiefgarage wegen Gefährdung für Leib und Leben. Erst im vergangenen Frühjahr kam Bewegung in die Sache. Ein Eigentümerwechsel bei zwei der Mehrfamilienhäuser machte endlich den Weg frei, um die jahrelang abgesperrte Tiefgarage zu sanieren. Im Sommer lag das Baugesuch auf, jetzt sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen.

Frau Gemeindeammann Marlène Koller (SVP) ist froh über das gute Ende: «Die Tiefgarage ist von unserer Bauverwaltung abgenommen und freigegeben worden. Wir sind erleichtert, dass diese Sache jetzt erledigt ist.» Die Gemeinde habe sich zeitweise ohnmächtig gefühlt, weil die privaten Eigentümer nichts unternahmen.

Aus der Bevölkerung kam teilweise Kritik, weil als Ersatz für den abgebrochenen Bauhalde-Kindergarten – und wegen des Versäumnisses der privaten Eigentümer der Siedlung – der «goldene» Kindergarten im Zelgli auf Kosten der Gemeinde gebaut wurde. Der mit Messing verkleidete Holzbau, dessen goldene Farbe mittlerweile deutlich nachgedunkelt ist, wurde im Frühling 2012 als drittes Gebäude des Dreifachkindergartens Zelgli in Betrieb genommen. Dazu sagt Marlène Koller: «Der Kindergarten Bauhalde war ohnehin in einem sehr schlechten Zustand und es gab dort immer wieder Probleme mit Vandalismus.» Man hätte sowieso in einen Neubau investieren müssen, der neue Kindergarten im Zelgli sei eine gute Lösung.

Wie viele Parkplätze braucht es?

Weitere Kritik aus der Bevölkerung gab es zuletzt, weil die Gemeinde temporäre Ersatzparkplätze für die Parkplätze der gesperrten Tiefgarage eingerichtet hat. Mittlerweile ist das neue Parkierungsreglement in Kraft. Was mit den temporären Parkfeldern geschieht, ist noch offen. Der Gemeinderat will das weitere Vorgehen prüfen. Hanspeter Schneider, Präsident des Quartiervereins Bauhalde, erklärt: «Wir haben mit dem Gemeinderat gesprochen. Nun werden wir bis Ende Dezember eine offizielle Stellungnahme abgeben.»

Eine Möglichkeit wäre, die temporären Parkplätze aufzuheben. Manche Anstösser wünschen sich, dass die zusätzlichen Parkplätze möglichst bald wieder verschwinden. Andere sind froh, dass es genügend Parkierflächen gibt – nicht zuletzt, weil die Besucherparkplätze der Siedlung nicht immer ausreichen. Eines ist klar: «Wir versuchen, das Beste im Interesse des Quartiers zu machen», sagt Schneider.

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