Baden
Nach dem Durchbruch: Dominiert nun Optimismus im Bäderquartier?

Die Verenahof AG und die Stadt sprechen von einem Durchbruch für die Projekte im Bäderquartier. Dort sind skeptische wie auch hoffnungsvolle Töne zu hören.

Roman Huber
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Blick vorbei an der Grabungsstelle, zwischen der renovierten Dépendance Bären (rechts) und dem abbruchreifen Hotel Bären (links) hindurch. Alex Spichale

Blick vorbei an der Grabungsstelle, zwischen der renovierten Dépendance Bären (rechts) und dem abbruchreifen Hotel Bären (links) hindurch. Alex Spichale

Wie als Sinnbild für den gegenwärtigen Gemütszustand zieht sich die in Blau – die Farbe der Hoffnung und Sehnsucht – eingekleidete Bauabschrankung unten durch das Bäderquartier. Wenn auch dahinter eine Baugrube klafft und darin vereinzelte Mauerstücke von weit rühmlicheren vergangenen Bäderzeiten zeugen, so vermittelt das Bild immerhin den Eindruck, dass in der Zukunft etwas geschehen könnte.

Diese Hoffnung ist inzwischen genährt worden, indem die Verenahof AG sowie der Bauvorsteher der Stadt Baden von einem grossen Fortschritt, ja von einem Durchbruch bei der Planung der Bäderprojekte gesprochen haben (az vom 1. 11.). Somit ist neben dem neuen Thermalbad und dem Wohn- und Ärztehaus nun bald auch das Verenahof-Geviert reif für die Baueingabe. Die strittigen Punkte um die Einpassung des «Verenahofs» in die Bausubstanz des historischen Bäderquartiers sind inzwischen bereinigt. Diese soll denn auch im Frühjahr 2015 oder spätestens Anfang Sommer erfolgen.

Gute Nachricht für das Quartier

Die Nachricht von der Einigung zwischen der städtischen Baubehörde und der Verenahof AG wird im Bäderquartier mit frischer Hoffnung verbunden. Dies liess sich bei einem Rundgang im Bäderquartier in Gesprächen feststellen. Wenn auch da und dort noch Skepsis herrscht, so dominiert inzwischen die Zuversicht. «Ich bin zum ersten Mal soweit, dass ich von der Realisierung der Bäderprojekte überzeugt bin», sagt Patrik Erne vom Atrium-Hotel Blume. Und ebenso hoffnungsvoll gibt sich bei der Limmathof AG die Direktorin Claudia Mauthe.

Selbst die Zweifel an der Architektur werden relativiert. «Hauptsache es geht endlich etwas», lautet der Tenor im Bäderquartier. Dies unterstreicht Fotograf und Gestalter Ruedi Fischli mit seiner Aussage: «Es gibt wohl niemanden mehr hier, der es nicht begrüssen würde, wenn es endlich vorwärtsgeht.»

Fischli hat den Niedergang des Bäderquartiers bereits über 30 Jahre mitverfolgen können. Dass so lange nichts passiert ist, schreibt er nicht zuletzt den städtischen Behörden zu. Fischli hat immer noch gewisse Zweifel daran, dass dieses Projekt so realisiert werden wird. Künstlerin und Coiffeuse Mirjam Knecht meint zum Scheitern der bisherigen Bäder-Projekte halb ernsthaft, halb ironisch: «Vielleicht gibt es hier unten einen bösen Geist.»

Lesen Sie hier noch mehr Meinungen über das Bäderquartier.

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