Die Entdeckung der Badener Thermalquellen durch den helvetischen Jüngling Siegawyn, der nach einer verloren gegangenen Ziege seiner Geliebten Ethelfrieda suchte, ist Sage. Die Zeit der 2000 Jahre Heilquellen und Badefreuden ist Geschichte. Nachdem 1963 mit der Eröffnung des Thermalbades und 1980 des Aussenbades letztmals grosse Meilensteine gesetzt wurden, ging es kontinuierlich abwärts mit dem Kurort. Auch das ist nun Geschichte.

Denn in den grossen Bädern, wie die Badener Seite des Kurgebietes genannt wird, soll mit dem heutigen Tag die Zukunft beginnen, so, wie sie Jahre zuvor auf der anderen Seite der Limmat in den kleinen Bädern Ennetbadens ihren Anfang genommen hatte. Ein Blick zurück im Telegrammstil auf eine von Enttäuschungen, Hoffnungen und Zerreisspropen geprägte Zeit.

1989: Die Verenahof AG präsentiert ein 50-Millionen-Franken-Projekt mit neuem Römerbad, Seniorenresidenz, Gesundheitszentrum und der Erneuerung ihrer Hotels. Es scheitert.

1994: Die Control Centers Ltd. Group, eine israelische Investorengruppe, legt ihr 150-Millionen-Projekt «Riverfront» vor. Das Projekt erweist sich als zu gross. Schliesslich zerschlagen sich auch diese Pläne. Immerhin: Das Bäderquartier etabliert sich mit dem Medizinischen Zentrum und dank der Initiative Privater im Bereich Therapie und Sportmedizin.

1996: Die Thermalbad AG und die Staadhof AG werden in die Verenahof AG eingebracht. Unter neuer Direktion gelangt die Gesellschaft mit grossen Plänen an die Stadt: Totalabbruch des alten Hotelkomplexes mit den Hotels Bären, Verenahof und Ochsen (Verenahof-Geviert sowie Bau ein neues Thermalbads.

1997: In der entfachten Diskussion um die denkmalpflegerischen Aspekte zeigt sich, dass das Projekt wegen Unterschutzstellungen nicht realisierbar ist.

2000: Stadt, Denkmalpflege und Verenahof AG einigen sich auf einen Kompromiss. Der «Bären» und weitere Teile sollen aus dem Schutz entlassen werden.

2001: Entgegen aller Vereinbarungen spricht die Verenahof AG im Dezember wieder von einem Bad und Hotel mit Totalabbruch des «Verenahofs».

2002: Im Mai reicht die Verenahof AG das Vorentscheidgesuch für ihr Projekt ein, das im Herbst vom Kanton und von der Stadt klar abgelehnt wird. Am 30. September wird das Hotel Verenahof auf Geheiss des Aargauischen Versicherungsamtes für immer geschlossen.

2003: Das Hotel Blume mit der Besitzerfamilie Erne erhält den Aargauer Heimatschutzpreis.

2004: Mit dem Bau der Bäderumfahrung tauchen die ersten Projekte auf der Ennetbadener Seite auf, die IG Blaue Stadt macht sich fürs Bädergebiet stark.

2005: Das Standortmarketing der Stadt Baden übernimmt die Tätigkeit der Geschäftsstelle Baden Tourismus. Der Badener Investor Werner Eglin übernimmt nach dem Limmathof mit «Novum Spa» auch den Wellnessbereich im «Schweizerhof».

2006: Zwischen Verenahof AG und Stadt kommt es zum Bruch. Im Oktober übernimmt eine Investorengruppe unter Benno Zehnder 70 Prozent des Aktienkapitals vom letzten verbliebenen Familienaktionär Georg Kienberger, USA. n 2007: Im Thermalbad zieht unter Christine Zehnder frischer Wind ein.

2008: Ein Studienauftrag soll die Entwicklung im Bädergebiet aufzeigen, die Stadt beteiligt sich mit 660 000 Franken. Mario Botta gewinnt mit seinem Studienvorschlag den Wettbewerb.

2009: Die Verenahof AG beginnt die erste Bauetappe mit der Sanierung der Dépendance Ochsen.

2010: Es erfolgt die Sanierung der Dépendance Bären und der Neubau des Hauses im Park.

2011: Das Bäderprojekt wird heftig diskutiert und erlebt durch die IG schönerbaden einen Frontalangriff. Die Gegner kritisieren Grösse, städtebauliche Aspekte und Verkehr. Die Stadt regelt mit der Verenahof AG die Eigentumsverhältnisse. Der Entwicklungsrichtplan Bädergebiet wird revidiert.

2012: Ende Juni muss das Thermalschwimmbad aus betriebstechnischen Gründen geschlossen werden. Die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung wird genehmigt. Im Herbst liegt der vom Regierungsrat genehmigte Gestaltungsplan Limmatknie vor.

Rundgang durchs Badener Bäderquartier

30. März 2012: Rundgang durchs Badener Bäderquartier

2013: Die Credit Suisse steigt im Bäderquartier ein. Die Projekte werden zur Baueingabe vorbereitet. «Verenahof» soll Klinik werden. «Bären»-Fassade will man erhalten. Die «Botta-Kuppel» auf dem «Verenahof» stösst aber bei Stadt und Kanton auf ablehnende Haltung.

2014: Stararchitekt Mario Botta steigt fast aus. Die CS zieht sich zurück, Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach & Baden steigt ein. Im Herbst kommt es zum Durchbruch, Denkmalpflege und Heimatschutz geben grünes Licht.

2015: Eine Beteiligung der Stadt wird Gesprächsthema. Die Gegner des Projekts streichen die Segel. Im Juli erfolgt die Baueingabe für Bad und Wohn-/Ärztehaus. Es gibt fünf Einwendungen.

Architekt Mario Botta in Baden

27. August 2015: Architekt Mario Botta in Baden

Seine Arbeit findet man auf der ganzen Welt und bald auch in Baden. Der Stararchitekt Mario Botta hat persönlich das Baugesuch für die Bäderstadt eingereicht. Der Tessiner hat grosse Visionen für das Thermalbad.

2016: Das Baugesuch für das Verenahof-Geviert wird im Februar eingereicht. Der Wegfall des grossen Speisesaals (Elefantensaal) führt zu Diskussionen. Im April erfolgt die Baubewilligung für das Bad unter Auflagen. Stephan Güntensperger von der Stiftung Gesundheitsförderung übernimmt die Leitung der Bauprojekte und das VR-Präsidium der Verenahof AG. Im Dezember bewilligt der Stadtrat das Abbruchgesuch für das alte Thermalbad. Der Start für das Bäderprojekt wird auf den 9. Januar fixiert.