Benefizkonzert

Musik für einen guten Zweck

Baden Der Benefizanlass «Schänk e Herzbox» im Nordportal brachte eine beachtliche Geldsumme zusammen

Es war ein gelungener Abend für eine gute Sache: Sechs musikalische Acts und ein Komikerauftritt bescherten dem Publikum im Badener Nordportal ein rundes Unterhaltungsprogramm. Mit dem Eintrittsgeld und weiteren Spenden konnte Geld gesammelt werden, um etwa medizinische Hilfsgüter nach Syrien transportieren zu lassen. Als gegen 23 Uhr Moderatorin Judith Wernli auf der Bühne verkündete, dass bereits 70 000 Franken zusammengekommen waren mit dem Verkauf sogenannter «Herzboxen» – so nennt der von Marit Neukomm gegründete Verein «Volunteers for Humanity» die Schiffscontainer mit den Hilfsgütern –, war die Freunde und Genugtuung im Publikum gross.

Zuvor hatten die Zuschauer bereits etliche Auftritte von Schweizer Künstlern miterleben dürfen: Etwa von der Thurgauerin Lina Button, dem Aarauer Nick Mellow, der mit «My Hometown Is Everything To Me» die Liebe zu seiner Heimatstadt ausdrückte, oder der Zofingerin Sandra Rippstein, die mit ihrer eindrücklichen «Soul»-Stimme verschiedene Covers von «Lean On Me» über «One Love, One Life» und Amy Winehouses «Back To Black» zum besten gab. Posaunist Florian Weiss begleitete sie dabei spontan und improvisierte unter anderem ein starkes Solo.

Benefizanlass «Schänk e Herzbox» im Nordportal Baden

Benefizanlass «Schänk e Herzbox» im Nordportal Baden

Weitere spontane Kooperationen

Im Verlauf des Abends entstanden weitere solche ungeplanten Kooperationen auf der Bühne. Lokalheld Adrian Stern etwa verkörperte als Badener bei seinem Konzert gemeinsam mit dem Aarauer Nick Mellow eine friedliche Vereinigung beider sich sonst rivalisierenden Zentren des Kantons. Das lustigste Zusammenspiel aber war eindeutig dasjenige mit Popstar Baschi, der im Nordportal so richtig als der Spassmacher des Abends aufblühte. Er nahm sich selber nicht zu ernst, erlaubte sich unzählige Mätzchen mit den anderen Musikern und kam damit sehr sympathisch herüber. «Es ist ein Privileg, in der Schweiz Musik machen zu dürfen und davon leben zu können. Ich bin dankbar und demütig und wenn ich etwas davon zurückgeben kann, stehe ich in der ersten Reihe», sagte er.

Ohne Baschis Spasseinlagen wäre der Abend nicht derselbe gewesen. Damit machte er fast die Stellung des Komikers Baldrian strittig, der eigentlich für den humorvollen Part des Abends zuständig war. «Ich bin heute der einzige Komiker auf der Bühne, aber ihr dürft ruhig tanzen zu meiner Show», sagte er zu Beginn seines Auftritts, ehe er seine «Langzeitstudie zum entschleunigten Leben» auf urchige, witzige Art präsentierte. Wer langsamer lebe, sei denn auch später tot, erklärte der gemütliche Berner seine Lebensphilosophie und führte gleich eine Entschleunigungstherapie mit dem Publikum durch. Dabei liess er «Gisela», eine lange, schlangenartige, durch Propeller betriebene Drohne über die Zuschauer fliegen. Zum Schluss der Therapie liess er noch scherzhaft verlauten: «Ihr könnt meine Show übrigens auch über die Krankenkasse abrechnen lassen.»

44. Geburtstag gefeiert

Dass Adrian Stern am Abend auf der Bühne seinen 44. Geburtstag feierte und sich vom Publikum mit «Happy Birthday» besingen liess, verlieh dem Anlass eine weitere bezaubernde Note. Zum Schluss standen nochmals alle Musiker auf der Bühne.

Gemeinsam gaben sie die musikalische Unterhaltung fliessend an die zehnköpfige Band Šuma Čovjek über, in der unter anderem auch der frühere Aarauer SP-Grossrat Ivica Petrušić mitspielt. Mit einer heiteren, lockeren Stimmung und einer geballten Ladung Musik liess die Band den Abend alles andere als nur einfach ausklingen, sondern rundete ihn mit voller Kraft würdig ab. Musikalisch kam quasi der beste, kompletteste Auftritt also ganz zum Schluss.

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