Die Badener Stadtkirche ist gut besucht am Samstagabend. Die rund 50 Musikerinnen und Musiker des Blasorchesters Baden-Wettingen haben ihre Plätze eingenommen. Dirigent Christian Noth steht auf seinem Podest bereit, um mit seinem Dirigentenstab das Orchester zum Leben zu erwecken. Das Publikum ist mucksmäuschenstill und wartet gespannt. Man hört ein Räuspern, eine der Holzbänke knirscht. Dann lässt Christian Noth mit einer zackigen Handbewegung die Kirche von einem Moment auf den nächsten mit imposanten Klängen fluten, sodass es einem die Haare aufstellt. Die musikalische Zeitreise des Blasorchesters Baden Wettingen hat begonnen.

Das Orchester beginnt mit den fünf Sätzen von Danserye – höfische und tänzerische Stücke, die das Publikum in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts entführte. Gleich anschliessend folgt der Auftritt von Thomas Räber – dem Aushängeschild des Blasorchesters. Der Trompeter aus Wettingen gewann einst den 1. Platz beim Schweizerischen Solistenwettbewerb und überzeugte auch am Samstagabend das Publikum in der Stadtkirche von seinem Können. Nach seinem Solo-Auftritt gab es Blumen für den talentierten Bläser. Weiter ging es mit der intensiven und dramatischen Ouvertüre für Harmoniemusik von Felix Mendelssohn Bartholdy. «Die Originalnoten gingen verloren, doch kurz vor seinem frühen Tod, mit nur 38 Jahren, hat Mendelssohn Bartholdy sie nochmals aufgeschrieben», sagt Nadine Garnitschnig, die Moderatorin des Abends, und fügt an: «Zum Glück!»

Das Konzert nahm seinen Lauf mit einem Abstecher in die Zeit des Barocks. Zu venezianischen Klängen des Orchesters spielten drei Solisten ihre Trompeten von der Kanzel herunter. Für das letzte Stück ging es in die Moderne mit «Sheltering Sky» von John Mackey. «Mit seiner Musik imitiert er das Lichtspektakel über der Wüste», beschreibt Moderatorin Garnitschnig das Stück. Nach einem ruhigen und sanften Anfang endete das musikalische Spektakel mit einem imposanten Finale. Dirigent Christian Noth liess die Klänge lange in der Kirche verhallen, bevor er mit einer kurzen Handbewegung die Zeitreise beendete und das Publikum wieder in die Gegenwart zurückholte.