Die angekündigte Schliessung hat nochmals hohe Wellen geworfen. Überall wird grosses Bedauern ausgesprochen, Hoffnungen werden geschürt und gleichzeitig wieder zerschlagen. «Ein Haufen leerer Versprechungen», sagt Dubach enttäuscht. Doch es laufen noch einige Gespräche.

Kein Interesse beim Grossen Rat

Hans Ulrich Glarner, Chef Abteilung Kultur des Kantons, gehört zu den Fans der ersten Stunde des Museums. Doch diese private Initiative sei so einzigartig, weil sie mit zwei Persönlichkeiten und einem Ort untrennbar verbunden sei. «Ändern diese Prämissen, ist das Ende unausweichlich», sagt Glarner. Seiner Meinung nach sollte man alles daransetzen, das Werk gut zu dokumentieren und dadurch etwas von diesem bizarren Zauber in die Zukunft zu retten.

Was ums Museum herum jetzt gegangen ist, sei ebenfalls «bizarr und skurril», so Dubach. Der Turgemer SP-Grossrat Martin Christen forderte in einem Dringlichen Postulat den Regierungsrat auf, sich für den Fortbestand des Museums bzw. für Lösungen einzusetzen. Regierungsrat und Grossrat lehnten die Dringlichkeit ab – womit das Postulat irgendwann behandelt wird, wenn das Musée bizarre bereits Geschichte ist.

Gute Nachrichten zum Schluss

Die Kulturkommission der Stadt Baden hat im Oktober 5000 Franken an ein allfälliges Defizit nach der Schliessung gewährt. Die fotografische Dokumentation der Ausstellung sei durch das Historische Museum eingeleitet, sagt Patrick Nöthiger, Leiter Fachstelle Kultur. Zudem wird die Kultur-Filmerin Anka Schmid die Führung durch die Ausstellung mit den beiden Museums-Initianten Margaretha Dubach und Jürg Willi filmisch festhalten.

Es bestehe die Möglichkeit, dass die Kulturkommission auf Gesuch hin für diesen Dokumentarfilm einen weiteren Beitrag sprechen werde. Angestrebt würde, beide Dokumentationen im Stadtarchiv zugänglich zu machen.

Von der Ausstellung selber möchte Benno Zehnder von der Verenahof AG gern einen Teil, eventuell eine Figurengruppe, später im Bäderquartier ausstellen. Roger Kaysel, Schweizer Kindermuseum in Baden, hätte das Mäusemuseum gerne in der Ausstellung aufgenommen. «Leider haben wir den Platz dafür nicht.»

Sie seien bereit, loszulassen. «Weil wir bei den letzten Führungen überrannt wurden, gibt es eine allerletzte», sagt Dubach, «danach ist Schluss.» Nach 11 Jahren wird damit das Museum mit den Dauerausstellungen «Die sonderbaren Badekuren von Prof. Pilzbarth» und dem «Mäusemuseum» schliessen.

Grund sei primär der persönliche und finanzielle Aufwand bei jährlich zwischen 10 000 und 2 0000 Franken Defizit – bezahlt aus dem eigenen Sack. Es mangelte an der Unterstützung durch die öffentliche Hand, sagen die beiden ohne Groll, doch mit leiser Enttäuschung. Sowieso: Das Areal soll einmal einer Neuüberbauung weichen, womit man neue Räume benötigen würde. «Wir waren in erster Linie von der alten Produktionshalle fasziniert», sagt Dubach. Die Nähe zur Bäderstadt Baden habe sich durch das Thema ergeben, gespürt habe man sie sonst nie.