Baden
«Müllkönig» erwidert Gefallen mit einem neuen Musikvideo

Filmemacher Andi Hofmann (39) hat für die Band Dead Brothers ein neues Musikvideo gedreht. Fürs Schneiden seiner Filme sitzt derFamilienvater auch bis zu 20 Stunden vor dem Computer.

Barbara Scherer
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Andi Hofmann (39) ist auch unter dem Spitznamen «King of Trash» bekannt. zvg

Andi Hofmann (39) ist auch unter dem Spitznamen «King of Trash» bekannt. zvg

Photographer: Toshimi Ogasawara;

Ein Mann mit einer brachialen Vogelmaske und einem kleinen Kind an der Hand geht über ein Feld – nein, das ist keine Szene aus einem Gruselfilm, sondern das neue Musikvideo «Dark Night» der Band Dead Brothers. Gemacht hat das düstere Filmwerk der Badener Filmemacher Andi Hofmann. Ab heute Freitag ist der Videoclip im Internet zu sehen. «Die Band hat für mich vor einigen Jahren einen Film vertont, jetzt habe ich den Gefallen erwidert», sagt Hofmann.

Seine Projekte sind selbstbestimmt

Der 39-Jährige mit dem Spitznamen «King of Trash», zu Deutsch Müllkönig, hat vor über zwanzig Jahren mit B-Movies und sogenannten «Trash»-Filmen begonnen. «Ich mache schon länger andere Filme, aber der Spitzname ist geblieben», sagt Hofmann.

So befasst sich der Filmemacher momentan vor allem mit Musikvideos. Aber auch Kurzfilme gehören zu seinem Repertoire: Zusammen mit Marcus Signer aus dem Schweizer Erfolgsfilm «Der Goalie bin ig» hat er 2013 den Experimental-Kurzfilm «Appartement 9» gedreht. «In meinen Filmen lote ich gerne Grenzen aus», sagt Hofmann.

Jeder seiner Filme sei ein Experiment. So macht Hofmann keine gängigen Filmproduktionen, jedes seiner Projekte ist autonom und selbstbestimmt.

Aber kann man davon leben? «Wenn man unabhängig bleiben will, ist es schwer, deshalb arbeite ich nebenbei als Lehrer», sagt Hofmann. Dies sei auch ein guter Ausgleich, denn: «Kinder inspirieren mich auch, sie haben so viel Fantasie.»

Als alternativer Filmemacher habe man es aber in der Schweiz nicht so leicht. Deshalb versucht Hofmann, seine Werke vor allem über das Internet und Facebook zu verbreiten. Subventionsgelder vom Kanton oder der Stadt beantragt der Filmemacher nur bei grösseren Projekten.

Alleine auf weiter Flur

Seine Projekte sind dabei meist eine One-Man-Show: Hofmann steht oft ganz alleine hinter der Kamera. «Ab und zu hole ich mir einen zweiten Kameramann dazu.» Der Kameramann setzt derweil nicht auf teure Kameras, sondern auf etwas günstigere und handlichere Modelle, welche dennoch den professionellen Ansprüchen genügen würden. Schliesslich müsse er immer mobil sein.

Auch den Videoschnitt übernimmt Andi Hofmann alleine. «Früher hatte ich ein Atelier, heute schneide ich meist zu Hause, da kann ich auf die Kinder aufpassen», sagt der dreifache Vater einer Patchworkfamilie. Dabei könne es schon einmal passieren, dass er bis zu 20 Stunden hinter seinem Computer sitzt für das Schneiden der Filme. Hofmanns nächstes Projekt ist ein Musikvideo für den Elektromusiker Dave Eleanor.

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