Krimiserie
«Mord in der Bäderstadt»: Die Geschichten der Autorin Conny Lüscher spielen in und um Baden

Conny Lüscher zeigt in ihrem neuen Kurzgeschichten-Buch «Mord in der Bäderstadt» erneut ihren Hang für das Morbide.

Ursula Burgherr
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Tatort Baden: Conny Lüscher wählt in ihrem neuen Buch Schauplätze in und um die Bäderstadt.

Tatort Baden: Conny Lüscher wählt in ihrem neuen Buch Schauplätze in und um die Bäderstadt.

zvg

Weshalb endet ein Streit über die beste Spaghetti-Sauce der Welt tödlich? Was passiert, wenn ein Mann seine eigene Grabrede schreibt und dabei von seiner Ehegattin genervt wird? Warum macht eine junge Frau den schwerwiegendsten Fehler ihres Lebens, als sie im teuren roten Kleid ihrer Freundin ausgeht?

Im neuen Kurzgeschichtenbuch «Mord in der Bäderstadt – und andere Unannehmlichkeiten» von Krimiautorin Conny Lüscher erweisen sich unglückliche Zufälle, Missgeschicke oder schlichtes Pech als fatal. Schauplätze sind dabei, wie es der Buchtitel vermuten lässt, bekannte Orte in und um Baden. «Ein Mann hat mit meinem Buch vor der Nase die ganzen Schauplätze inspiziert», erzählt Lüscher. Auch bei den Protagonisten sind Ähnlichkeiten mit lebenden Personen nicht ausgeschlossen.

Sieben Bücher in sieben Jahren

Eine Leserin von Lüschers Geschichten sprach mal eine Person auf der Strasse an und fragte: «Ach, das sind doch Sie aus dem Buch? Aber Sie wurden doch ermordet?» «Ich lasse mich teilweise von gewissen Zügen oder Merkmalen von Bekannten inspirieren, aber keine der Figuren in meinem Buch gibt es in echt», sagt die Autorin dazu und lacht. Sie hat eine besondere Spezialität: Immer wenn eine Story zu Ende geht und es eigentlich gar nicht mehr schlimmer kommen kann, macht sie mit dem allerletzten Satz einen völlig unerwarteten Twist und setzt damit das Kopf­kino der Leser in Gang.

Conny Lüscher verfasste in den letzten sieben Jahren sieben Bücher. Mit ihren Thrillern «Hornissenbrut», «Stummer Schrei» und «Erkenne das Böse» liess sie ihrer Leserschaft das Blut in den Adern gefrieren. Nach Erscheinung ihrer ersten Kurzgeschichtenbands «Baden kann tödlich sein» wünschten sich viele ihrer Fans eine Fortsetzung, die jetzt mit «Mord in der Bäderstadt» frisch auf dem Markt ist.

Die Herzblut-Badenerin sitzt derweil bereits an ihrem nächsten Buch. Woher ihr laufend neue Ideen zufallen, kann sie sich selber nicht erklären. «Manchmal reicht eine winzige Beobachtung für die Fragmente einer Geschichte. Anfang und Ende habe ich jeweils schnell vor Augen.» Die Figuren entwickeln sich aber erst bei der Arbeit am Computer. «Manchmal machen sie mit mir, was sie wollen, und ich schreibe ihnen hinterher.»

Keine Affinität für Liebesgeschichten

Um ihrer Kreativität freien Lauf lassen zu können, muss sich die Autorin ins stille Kämmerlein zurückziehen und braucht absolute Ruhe. «Da darf nicht mal eine Fliege an der Wand husten», meint sie und ihre braunen Augen blitzen erst ernst, dann schalkhaft. Die zierliche blonde Frau mit der mordlüsternen Fantasie bezeichnet sich selber als Mrs. Jekyll and Hyde. «Das Finstere hat mich schon immer fasziniert», sagt sie.

Auch im Fernsehen bevorzugt sie Thriller und Gruselfilme. Liebesgeschichten interessieren sie wenig: «Die habe ich in der Realität mit meinem Mann.» Ziel ihres Schaffens ist es immer, die Leute gut zu unterhalten «Bücher sind Türen in eine andere Welt, in der man den Alltag für kurze Zeit hinter sich lässt», bekundet sie und findet: «Figuren müssen lebendig werden und Emotionen wecken.» Das ist ihr mit dem neusten Wurf «Mord in der Bäderstadt» einmal mehr gelungen.