Mit Praliné auf der Suche nach Glück

Autor Simon Libsig und Chocolatier Fabian Rimann verschmelzen Literatur und Schokolade zu einem Krimi-Adventskalender.

David Rutschmann
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24 Türchen mit Praliné und Krimi-Kapitel: Der Wettinger Fabian Rimann (links) und der Badener Simon Libsig kombinieren ihr Können. Handgemachte Seifen und Karten bereit zum Verschenken.
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24 Türchen mit Praliné und Krimi-Kapitel: Der Wettinger Fabian Rimann (links) und der Badener Simon Libsig kombinieren ihr Können. Handgemachte Seifen und Karten bereit zum Verschenken.

24 Türchen mit Praliné und Krimi-Kapitel: Der Wettinger Fabian Rimann (links) und der Badener Simon Libsig kombinieren ihr Können. Handgemachte Seifen und Karten bereit zum Verschenken.

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Hans hat Pech. Im Gegensatz zu seinem Grimm’schen Namensvetter wird der lebensfrohe Habenichts, von Beruf Briefe-Aufschlitzer, vom Pech verfolgt. Spätestens, als seine Frau mit dem zweiten Kind schwanger ist, muss er seine Pech- irgendwie in eine Glückssträhne verwandeln. Dies ist die Ausgangslage für das Gaunermärchen «Hans hat Pech», das der Badener Schriftsteller Simon Libsig für den Krimi-Adventskalender vom Wettinger Chocolatier Fabian Rimann geschrieben hat. Adventskalender, die hinter jedem Türchen nebst Schokolade einen Teil der biblischen Weihnachtsgeschichte erzählen, sind weit verbreitet − der Adventskalender von Libsig und Rimann denkt dieses Konzept kreativ weiter.

So finden sich hinter jedem der 24. Türchen ein Praliné und ein QR-Code. Der QR-Code lässt sich mit dem Smartphone scannen und gibt so immer ein weiteres Kapitel der Geschichte frei. Dieses kann man entweder (auf Hochdeutsch) selbst lesen oder sich von Simon Libsig (auf Schweizerdeutsch) vorlesen lassen. Jedes Kapitel dauert zwei bis fünf Minuten zum Lesen oder Hören. «Genauso lange, wie der Geschmack eines Praliné im Mund bleibt», sagt Fabian Rimann. Er hat für jedes der Kapitel ein eigenes Praliné entworfen, das sich entweder in Form, Farbe oder Geschmack am Inhalt der Geschichte orientiert. So findet sich zum Beispiel ein grosses Stadtturm-Praliné im Kalender.

Rimann und Libsig kennen sich seit ihrer Schulzeit, gingen sie schliesslich, wenn auch in unterschiedlichen Klassen, beide in Baden zur Schule. «Wir verstehen uns gut, wir sind in unseren jeweiligen Sparten beide sehr enthusiastisch», findet Libsig. Im vergangenen Jahr brachten sie zum ersten Mal Literatur und Schokolade zusammen: Bei einer Lesung von Libsig in Rimanns Genusswerkstatt in Wettingen wurden zur Geschichte passende Praliné gereicht.

«Das hat mega gut funktioniert. Wir haben gemerkt, dass die Leute das lässig finden», sagt Libsig. Deshalb entwickelten sie bald neue Ideen für weitere Kooperationen. «Corona zeigt ja, dass es mehr Miteinander braucht. Wir machen aus der Situation das Beste, in dem wir verschiedene Sparten zusammenbringen. Das macht viel Freude», fügt Rimann an.

Als erstes Projekt wurde nun der Adventskalender entworfen. Für Libsig eine neue Erfahrung, hat er schliesslich auch durch das Projekt an Schreiberfahrung dazugelernt: «Bisher wusste ich nicht, wohin mich meine Geschichten führen. Wenn ich angefangen habe zu schreiben, wusste ich selbst noch nicht, was passiert. Für den Kalender habe ich erstmals durchgeplant, was in welchem Kapitel passiert. Der Schreibprozess ist so viel schneller.» So sei in zwei Monaten «fast ein Kurzroman» entstanden, sagt er.

Der Adventskalender kann noch bis morgen, Freitag, auf der Website von Rimann bestellt werden. In der Genusswerkstatt in Wettingen läuft der Verkauf bis kommenden Dienstag.

Hinweis

«Hans hat Pech. Ein weihnachtliches Gaunermärchen», erhältlich für CHF 68 bei Chocolatier Fabian Rimann in Wettingen.