Nachruf

Mit ihr geht ein Stück Würenlos: Zum Gedenken an Silvia Haab

Engagierte sich mit Herzblut für Würenlos: Silvia Haab (1931-2020).

Engagierte sich mit Herzblut für Würenlos: Silvia Haab (1931-2020).

Silvia Haab prägte den Kulturkreis Würenlos wie niemand sonst. Sie betätigte sich auch als grosszügige Fördererin der Klöster Fahr und Einsiedeln. Nun ist sie im Alter von 88 Jahren gestorben.

Wohl niemand hat den Kulturkreis Würenlos in den über 50 Jahren seines Bestehens so sehr geprägt wie Silvia Haab-Oetiker. Von 1987 bis 2001 präsidierte sie den Kulturkreis. Aktiv in diesem mitgewirkt hatte sie aber schon seit den frühen 1970er-Jahren. Sie hat mit Leidenschaft, Herzblut und Engagement zusammen mit dem jeweiligen Führungsteam viel zum anhaltenden Erfolg des Kulturkreises beigetragen.
Ihr Ziel war stets, dem Dorf ein qualitativ hochstehendes, vielseitiges und attraktives Programm zu bieten.

Dank ihren persönlichen Kontakten und Beziehungen gelang es Silvia Haab immer wieder, weit über die Region hinaus bekannte Persönlichkeiten für einen Auftritt zu gewinnen. So hielt der Menschenrechtsaktivist Bruno Manser 1999 einen Film-Vortrag über Borneo, die Volksgruppe der Penan und die Zerstörung der Regenwälder – acht Monate bevor er in Malaysia verschwand und bis heute verschollen geblieben ist.

Verbunden mit Silja Walter

Sehr verbunden fühlte sich Silvia Haab mit der Dichterin und Nonne Silja Walter, was sich in etlichen Kulturkreis-Veranstaltungen niederschlug. Unter Silvia Haab wurde es zur Tradition, dass in jedem Jahresprogramm eine Schriftstellerin oder ein Schriftsteller eine Lesung hielt. In ihrer Präsidiumszeit waren dies etwa Hermann Burger, Hugo Loetscher, Erika Burkart, Otto F. Walter, Thomas Hürlimann und Klaus Merz.

Aus Überzeugung hielt sie zwar am Grundsatz fest, dass beim Kulturkreis der Eintritt frei sein müsse. Aber eine Ausnahme machte sie: Beim populären Cabaret Rotstift, das alle seine Programme in Würenlos zeigte. Es füllte garantiert die Mehrzweckhalle... und die Kulturkreis-Kasse.

Ihr Engagement galt nicht nur dem Kulturkreis. Sie hat sich auch als grosszügige Kulturförderin betätigt, so in den Klöstern Fahr (wo sie den Silja-Walter-Raum stiftete) und Einsiedeln – und dies als Nicht-Katholikin. Nun ist sie anfangs März nach einem Sturz und einer schweren Lungenentzündung im Alter von fast 89 Jahren verstorben. Der Kulturkreis und Würenlos sind Silvia Haab zu grossem Dank verpflichtet. (azi/pfr)  

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