Nachruf

Mit Herzblut für das Gute auf dieser Welt – Mani Sokoll ist verstorben

Mani Sokoll im Jahr 2018, als Leiterin Standortförderung «Lebensraum Lenzburg Seetal».

Mani Sokoll im Jahr 2018, als Leiterin Standortförderung «Lebensraum Lenzburg Seetal».

Zum Gedenken an Mani Sokoll (1962–2020): Die Kommunikations- und Medienfrau wirkte in Baden über 20 Jahre lang.

«Der Tod ist nicht der grösste Verlust im Leben. Der grösste Verlust ist das, was in uns stirbt, während wir leben.» Das Zitat von Norman Cousins, amerikanischer Journalist, Autor und Friedensaktivist, das Mani Sokoll über ihre Todesanzeige gesetzt hatte, ist selbsterklärend. Die verstorbene Kommunikations- und Medienfrau hatte in Baden über 20 Jahre gewirkt. RVBW-Passagiere erinnern sich an die aufmunternde Stimme von Mani Sokoll, die in den Bussen bis 2017 die nächste Station angekündigt hatte. Wer sie kannte, war über die Todesnachricht fassungslos. Doch, wie Cousins andeutet: Wer immerzu will und gibt, läuft Gefahr, sich irgendwann vollends aufzubrauchen.

Mani Jetzer wuchs in Winterthur auf, besuchte die Schulen dann in Olten. Ein begonnenes Jura-Studium zeigte ihr nicht den gewünschten Weg auf, denn sie fühlte sich zeitlebens nicht einer Partei, sondern dem Guten verpflichtet, der Gesellschaft und denen, die auf diesem Planeten Hilfe benötigen.

Jahrelang bei Radio Argovia und Tele M1

1989 kam Mani nach Baden, wo sie sich beim Circo Furioso in der Produktion engagierte. Ja, etwas produzieren, bewirken, das war stets ihr Ansinnen. Schon zu Beginn der 90er-Jahre gründete sie ihre Firma Vision Maker Mani Jetzer. Kinounternehmer Peter Sterk engagierte die Filmliebhaberin, die während Jahren bei Radio Argovia, TV Rüsler und dann Tele M1 Kinofilme präsentierte. Bei ihren Fernseh- und Radiomoderationen lernte sie bereits Michael ­Sokoll kennen, den sie später heiratete. Für Sterk organisierte Mani 10 Jahre lang das Open-Air-Kino. Mit ihm verfasste sie das Jubiläumsbuch 100 Jahr Sterk Lichtspieltheater AG. Aufgrund ihrer Tatkraft wurde sie weiter engagiert, so auch vom Gewerbeverein (Citycom) Baden.

Um 2005 verabschiedete sich Mani Sokoll aus der Businesswelt. Astrologie und Esoterik – das Unerklärbare zwischen Himmel und Erde – faszinierten sie schon immer und wurden nun zentral in ihrem Leben. Mit astrologischen Beratungen (sie war eine der ersten ausgebildeten Astrologinnen der Schweiz), Schamanismus, Wüstenreisen, Mediation, Heilpflanzenkunde und Mosaikkunst musste sie auch «schräge Kommentare» einstecken. Ihr Zuhause in Leutwil bot sie Menschen als Rückzugsmöglichkeit aus dem Alltagsstress an, auf Wunsch mit Coaching.

Rückkehr in die Wirtschaft

Mani Sokoll setzte sich im Sozialen ein, half, Events zu organisieren, zugunsten der Tsunami-Opfer, «Rock for Children» und moderierte unzählige Anlässe. Die Katzenliebhaberin wirkte über 10 Jahre als Redaktorin für das Info-Bulletin des Aargauischen Tierschutzvereins. Drei Monate lang weilte sie als Menschenrechtsbeobachterin in Guatemala. 2015, nach der Trennung von ihrem Ehemann und der Demission als Gemeinde­rätin in Leutwil, zog sie als Entwicklungshelferin nach Nicaragua. «Das Leben kommt immer anders, als man denkt», sagte sie mal in einem Interview. 2018 kehrte sie in die Wirtschaft ­zurück, erst als Leiterin Standortförderung «Lebensraum Lenzburg Seetal», dann bei der Wirtschaftsförderung «Züri Ober­land».

Mit ihrem Charme und ihrer Konsequenz gewann sie die Menschen und führte Projekte zum Erfolg. Wer ihr näher stand, wusste auch um ihre Selbstzweifel, ihre sensible Seite, die Suche nach neuen Berufungen, das Eintauchen in neue Welten, um diejenige zu finden, die für sie passt. Nun hat sie eine andere gefunden.

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