Gebenstorf

Mit dem Maxi Taxi hat der Familienbetrieb eine Nische gefunden

Max Kyburz, Co-Geschäftsführer Peter Ramseier, Patrik und Lisa Kyburz (v. l.).

Max Kyburz, Co-Geschäftsführer Peter Ramseier, Patrik und Lisa Kyburz (v. l.).

Vom einfachen VW-Bus zur Transportflotte: Seit 40 Jahren sorgt der Familienbetrieb von Lisa und Max Kyburz aus Gebenstorf mit den Transportdiensten dafür, dass das Badener Tagblatt rechtzeitig bei den Sammelstellen eintrifft und Schulkinder sicher und pünktlich ankommen.

«Mit unserem Maxi Taxi decken wir eine Nische ab. Wir konkurrenzieren weder die Taxis noch die Reisebusunternehmen», sagen Lisa und Max Kyburz. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass sich das Familienunternehmen über all die Jahre halten konnte.

«Es war nicht immer einfach», sagt Max Kyburz. Bevor er und seine Frau den Schritt in die Selbstständigkeit wagten, war er als Polizist in Brugg tätig. Die Arbeit machte ihm keine Freude, eine Lösung musste her. «Wir schafften einen VW-Bus an und studierten die Inserate im Badener Tagblatt, schrieben Firmen und Schulen an, um an Aufträge zu kommen.»

Heute seien die Fahrer eher Kumpel

Zu Beginn war vor allem Lisa Kyburz als Fahrerin, etwa für das Badener Tagblatt, unterwegs, derweil sich Max Kyburz um das Administrative kümmerte. Keine einfache Zeit. Kreativität war gefragt – etwas, das Max Kyburz bei seiner letzten Festanstellung vermisst hatte. 1980 hat er deshalb die Taxiprüfung gemacht und die Fahrgäste erst im «umgebauten» Privatauto chauffiert.

Die Maxi-Taxi-Flotte im Jahr 1988.

Die Maxi-Taxi-Flotte im Jahr 1988.

«Für die damalige BBC durften wir einige Aufträge ausführen.» Das sei lukrativ gewesen, aber vom Menschlichen her unbefriedigend. «Diese Fahrgäste gaben uns deutlich zu verstehen, dass wir nur der Chauffeur sind, zweite Klasse sozusagen», erinnert sich der 65-Jährige. Heute sei das zum Glück anders, man sei eher der Kumpel, häufig werde sogar gleich das «Du» angeboten.

Zwei Jahre nach der Geschäftsgründung drängte sich dann der Kauf eines weiteren Kleintransporters mit 15 Plätzen auf. Diesem Transporter kamen gleich zwei Aufgaben zu. «Wenn wir Gäste chauffierten, kamen die Autositze rein, wenn wir die Zeitungen verteilten, einfach wieder raus», sagt Max Kyburz.

Um weiter wachsen zu können, wurde das Bahnhoftaxi Turgi gepachtet, später kam dasjenige in Siggenthal dazu. «Rentiert hat das jedoch nicht wirklich. Es gab jeweils lange Wartezeiten und wenn jemand gefahren werden wollte, schenkten die paar Fränkli für eine Kurzstrecke nicht ein.» Dieses Standbein gab man daraufhin auf.

Immer wieder waren kreative Lösungen gefragt

1990 zeichnete sich wieder eine Veränderung ab. Das Strassenverkehrsgesetz wurde dahingehend gelockert, dass mit einem normalen Führerschein grössere Fahrzeuge als Neunplätzer gefahren werden dürfen. «Danach brachen uns die Aufträge weg», sagen Lisa und Max Kyburz. Wiederum war Kreativität gefragt. Als Lösung entpuppte sich das Vermieten der Busse. Ein Standbein, das bis heute erfolgreich ist.

2004 eröffnete Max Kyburz zudem seine eigene Autofahrschule, die allerdings nicht zum Unternehmen Maxi Taxi gehört. Inzwischen führt das Familienunternehmen zehn Hundertprozentstellen und die Fahrzeugflotte besteht aus zehn Kleinbussen und sechs Lieferwagen.

Seit fünf Jahren ist auch Sohn Patrik im Unternehmen beschäftigt. «Ich war bereits als 14-Jähriger als Zeitungsverträger aktiv und half auch später immer wieder mal aus, wenn Not am Mann war», erinnert sich der 31-Jährige. Nun zeichnet er zusammen mit Peter Ramseier, der vor drei Jahren zur Firma stiess, für die Geschicke der Firma verantwortlich. Max und Lisa Kyburz sind ins zweite Glied zurückgetreten, wären eigentlich schon pensioniert.

«Dankbarkeit und Freude sind unbezahlbar»

Peter Ramseier wird bis zu seiner Pensionierung in fünf Jahren als Hauptaktionär dem Unternehmen vorstehen und dann das Zepter an Patrik Kyburz übergeben. «Die Geschäfte laufen gut, so gut, dass ich heuer sogar die Pilzsaison erstmals verpasst habe», sagt Ramseier.

Er bereut es nicht, seinen stressigen Job in der IT-Branche vor drei Jahren an den Nagel gehängt zu haben. «Die Dankbarkeit und Freude, die wir vor allem von unseren kleinsten Fahrgästen, den Kindergärtlern, bekommen, ist unbezahlbar.»

Unbezahlbar dürfte auch die freie Zeit sein, die nun so langsam auf Max und Lisa Kyburz zukommt. «Mit unserem Camper fahren wir im Sommer in den Norden. Die Mitternachtssonne wollten wir schon immer mal erleben», betonen sie.

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