Ein Fest kann noch so schön sein. Wenn die Blase drückt und das nächste mobile Klo unappetitlich und verstopft ist, vergeht die gute Laune aber im Nu. Der Mangel an öffentlichen und vor allem sauberen Toiletten gehört zu den Hauptärgernissen an jedem Grossevent.

Der Remetschwiler Dominik Schuler und sein Kollege Andreas Wanner aus Schaffhausen widmen ihr Badenfahrt-Projekt «Mister Loo» deshalb der wichtigsten Nebensache der Welt: dem stillen Örtchen. Sie installieren beim Bahnhofplatz drei Container mit Dusch-WCs sowie Pissoirs, bei denen es den Benutzerinnen und Benutzern an nichts mangeln soll.

Der Innenausbau mit viel Holz wirkt gediegen und einladend. Schallschluckende Wände sorgen für Ruhe. Indirekte Lichtquellen vermitteln Privatsphäre. Wer sein Geschäft verrichtet, wird sanft mit Musik berieselt.

Toiletten mit Heizung

Die Toiletten haben ein integriertes Geruchsabsaugungssystem und sind beheizbar. Für die Intimpflege danach setzt «Mister Loo» nicht auf profanes WC-Papier, sondern auf das Wasserreinigungssystem «AquaClean», das gemäss Schuler besonders sanft und hygienisch sein soll.

Angefasst werden muss nichts mehr: Wasserhähne, Spülung und Klodeckel funktionieren allesamt mit berührungsloser Benutzererkennung. Reinigungspersonal sorgt dafür, dass immer alles blitzsauber ist.

Pipimachen ist bei «Mister Loo» zwar gratis; Schuler und Wanner setzen aber auf einen freiwilligen Batzen der Toilettengänger zur Kostendeckung in die bereitstehende Donation-Box. «Wir finden, Qualität und Sauberkeit müsste den Leuten etwas wert sein», meinen Schuler und Wanner.

Aufs stille Örtchen für die Stille

Raus aus dem Festrummel, zwei drei Minuten durchatmen, sein Bedürfnis erledigen und befreit wieder weiterziehen – das bezwecken die Initianten von «Mister Loo». Oder wie Schuler passend zum Badenfahrt-Festmotto «Versus» sagt: «Stilles Örtchen versus Unterhaltung.»

Denn oberhalb der edlen, schallisolierten Lokusse wird eine Bar mit Blick auf die Limmat eingerichtet, an der Besucher exotische Drinks und Snacks verkosten können. Dazu gibt es täglich wechselnde Shows. So tritt zum Beispiel eine Sängerin aus Bangkok auf.

Der starke Bezug zu Asien hat seinen Grund: Mit ihrer Firma «Mister Loo» haben die beiden ehemaligen Investmentbanker für sich einen neuen Businesszweig entdeckt und leben mittlerweile beide in Bangkok.

An verschiedenen vielfrequentierten Orten in Thailand stehen ihre Komforttoiletten mit bedientem Schalter. Pro Person werden 10 Baht (umgerechnet 30 Rappen) verlangt. Das leisten sich vor allem Touristen und Einheimische mit mittlerem bis gutem Einkommen.

Expansion geplant

Weil die Geschäfte im doppelten Sinn gut laufen, wollen die Zwei nach Vietnam expandieren. «Ein Mensch verbringt in seinem Leben durchschnittlich drei Jahre auf der Toilette», sagt Schuler. «Deshalb wollen wir das Klo zur Komfortzone erheben.»

40'000 Franken haben sie in ihr Badenfahrt-Projekt investiert. Für die sanitären Anlagen kommt die Firma Geberit auf, mit der "Mister Loo" auch in Asien zusammenarbeitet.