Aufgestanden! Wie auf Kommando erhob sich das Publikum zum Schweizerpsalm, den das Militärspiel als erstes Stück zum Besten gab. Die riesige Schweizerfahne, welche die Bühne schmückte, machte die patriotische Stimmung im Kurtheater perfekt.

Die uniformierten Damen und Herren begnügten sich unter ihrem Gefreiten Hans Peter Ulrich jedoch nicht mit Schweizer Militärmärschen – sie spielten auch internationale Stücke und durchwanderten 400 Jahre Militärmusik. Alles auf hohem Niveau.

Von Klassik bis Filmsoundtrack

Auf dem Programm standen beispielsweise Ludwig van Beethoven mit dem «York’scher Marsch» oder John Williams mit dem Soundtrack zu «Star Wars». Nicht alle Stücke waren musikalisch gleich interessant; manche erklangen keck, andere etwas hölzern.

Eines aber hat das Publikum so richtig ergriffen: das traditionelle «S isch äbe e Mönsch uf Ärde» in einem wunderbaren Arrangement von Thomas Rüedi. Auf einen anfänglich bedrohlichen Grund bauten sich immer mehr Stimmen auf, tänzerische Phrasen folgten auf lyrische, die Dramatik war schliesslich immens.

Insbesondere vor dem Hintergrund, den der Konzertmoderator Josef Sieber vor dem Stück vermittelte: Das Lied sei früher in der französischen Armee verboten gewesen – bei Zuwiderhandlung drohte die Todesstrafe. Denn die Soldaten hätten bei dem Lied zu sehr unter Heimweh gelitten.

Härtere Töne

Josef Sieber erläuterte nicht nur auf interessante Weise Informationen zu den vorgetragenen Werken, er schlug auch härtere Töne an: «Uns gibt es seit bald 75 Jahren, aber die Stadt Baden subventioniert uns mit keinem Rappen, obwohl wir sie im Namen tragen.»

Daher könne dem Militärspiel Baden die Machtverschiebung im Stadtrat ziemlich egal sein. Ein Raunen ging durch das Publikum. Damit nicht genug: In seiner Schlussrede nahm der Präsident Adrian Stirnimann das Thema ebenfalls auf: «Die Stadt Baden unterstützt uns nicht», wiederholte er in scharfem Tonfall.

Nach dem Konzert vernahm man, dass Baden aus Sicht des Militärspiels in Sachen Sponsoring falsche Prioritäten setze. Das gehörte Konzertprogramm mit zwei Aufführungen kostete das Militärspiel laut eigenen Angaben rund 10 000 Franken. Gesponsert haben es grosse Unternehmen, KMU und Private.