Die Schule Birmenstorf braucht mehr Platz. Auf das neue Schuljahr werden nämlich die 3. bis 6. Klassen am Standort des Schulhauses Gemeindestrasse zusammengezogen. Das hätte momentan Platzmangel zur Auswirkung.

Ausserdem fehlen die vom neuen Lehrplan vorgegebenen Gruppenräume. Denn die Schülerzahlen steigen im gesamten Kanton stetig an. Der Gemeinderat hat nun eine Lösung dieses Problems erarbeitet: ein Anbau südlich an die Turnhalle «Träff».

Das Projekt soll in drei Phasen umgesetzt werden, sagt Gemeinderat Urs Rothlin. Zuerst werden Umbauten am bestehenden Schulhaus mit Kosten von 100 000 Franken vorgenommen. Die zentrale Massnahme ist die Umnutzung des Werkraums und des Materialraums für den Sprachenunterricht und als Förderraum. Im Obergeschoss wird der Bereich vor den Schulzimmern räumlich getrennt.

Diese Arbeiten sollen bereits während den kommenden Sommerferien ausgeführt werden. In einer zweiten Phase wird der dreistöckige Anbau mit zusätzlichen Räumen für Textiles und Technisches Gestalten, Sprachen, Musikunterricht, Förderung und Schulsozialarbeit errichtet. Dieser Anbau wird rund 5 Millionen Franken kosten, die Umsetzung ist von Mai 2020 bis Juni 2021 geplant. Die dritte Etappe beinhaltet einen weiteren Umbau am bisherigen Gebäude. «Die letzte Phase ist dann aber erst in zwei Jahren aktuell», sagt Rothlin.

Erweiterung ist unumgänglich

Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten voraussichtlich auf 5,65 Millionen Franken. «Die Kosten für ein Schulhaus lassen sich nicht mit denjenigen eines Einfamilienhauses vergleichen», sagt der Gemeinderat. «Bei einem Schulhausbau müssen wir kantonale Vorgaben einhalten, eine ausreichende Schalldämmung gewährleisten und auf ein gutes Raumklima achten.»

Die intensive Benutzung von Schulräumen setze auch voraus, dass mit hochwertigen Materialien gearbeitet werde. Der Gemeinderat hat mehrere Varianten geprüft und sich zusammen mit der Schulpflege für die vorliegende Variante entschieden. «Wir bauen zwar so kostengünstig wie möglich, wollen aber keine billige Lösung, die nicht über die notwendige Nachhaltigkeit verfügt», sagt Rothlin.

Eine Erweiterung des Schulraums ist unumgänglich, weil sich die Gemeinde an die kantonalen Vorgaben zu halten hat. Trotzdem könnte der geplante Anbau bei der Bevölkerung auf Widerstand stossen: Wegen der Investition dürfte der Steuerfuss laut Rothlin um vier Steuerprozent auf 98 Prozent ansteigen.

«Wir haben nicht so viel Vermögen, um den Anbau einfach so realisieren zu können. Aber wir machen schliesslich, was notwendig ist und hoffen deshalb auf die Unterstützung der Bevölkerung.» Diese kann an der Gemeindeversammlung vom 19. Juni über den Projektierungskredit befinden.

Handlungsbedarf hat die Schule auch bei der Informationstechnologie (IT): Für 330 000 Franken sollen neue Tablets, Laptops, Server, Arbeitsplätze im Lehrerzimmer, Dockingstationen in den Schulzimmern und in der Verwaltung, Betriebssoftware, Lizenzen, Installation, Schulung und der Support finanziert werden. Mit diesen Anschaffungen sollen die vorgegebenen Ziele des neuen Aargauer Lehrplans erfüllt werden. Diese Kosten liefen laut Rothlin aber unter dem normalen Budget.