Baden

Marianne Binder: «Ruth Müri und ich haben uns gegenseitig keine Stimmen weggenommen»

Hat trotz Nicht-Wahl das Lächeln nicht verloren: CVP-Politikerin Marianne Binder aus Baden.

Hat trotz Nicht-Wahl das Lächeln nicht verloren: CVP-Politikerin Marianne Binder aus Baden.

Die CVP-Ständeratskandidatin aus Baden spricht über die verpasste Wahl ins Stöckli, den Wahlkampf und ihr Nationalrats-Mandat.

Marianne Binder, Sie haben es nicht in den Ständerat geschafft. Überwiegt die Enttäuschung, oder doch die Vorfreude auf Ihr neues Nationalratsmandat?

Marianne Binder: Ich hätte gerne den Ständeratssitz für die CVP und das politische Zentrum geholt. Die Wähler haben anders entschieden, mir aber doch mit den über 61000 Stimmen grosses Vertrauen geschenkt. Es gibt mir Rückenwind für mein Nationalratsmandat. Die Freude überwiegt also klar und folglich auch die Vorfreude auf mein Amt.

Sie konnten sich im Vergleich zum ersten Wahlgang deutlich steigern und haben Ruth Müri überholt. Warum hat es aus Ihrer Sicht doch nicht gereicht?

Da muss man jetzt einmal die Wahlanalysen abwarten. Aber sicher ist: Der Kanton Aargau ist ein sehr bürgerlicher Kanton, diese Wahl ist ein Abbild.

Im Vorfeld gab es Kritik daran, dass Sie noch einmal antreten – nicht zuletzt, weil Sie und Ruth Müri sich gegenseitig Stimmen wegnehmen und so die beiden Männer das Rennen machen würden.

Ich bin angetreten, um zu gewinnen, nicht um jemanden zu verhindern. Ruth Müri und ich haben uns gegenseitig keine Stimmen weggenommen. Es gab zwei Linien auf dem Wahlzettel. Es war jedermann frei, zwei Frauen aufzuschreiben.

Am Schluss sieht man ja dann, wer über die Lager hinaus das Potenzial hat, die grösseren Mehrheiten zu schaffen. Zudem geht die Kritik davon aus, dass Ruth Müri und ich politische Zwillinge sind. Doch ich bin eine bürgerliche Mittepolitikerin, Ruth Müri hingegen politisiert im linken Lager.

Es war ein intensiver Wahlkampf für die CVP. Der Aufwand hat sich gelohnt, Sie haben beim Wähleranteil als einzige der drei bürgerlichen Parteien im Aargau zugelegt und einen Sitz gewonnen. Worauf freuen Sie sich als Nationalrätin jetzt besonders?

Auf pointierte Debatten im Nationalrat. Die politische Arbeit kenne ich nicht nur im Aargau sehr gut, sondern auch im Bundeshaus, aus meiner Zeit als CVP-Kommunikationschefin. So komme ich in einem gewissen Sinne auch wieder heim an einen Ort, der mir vertraut ist.

Vor genau 40 Jahren wurde Ihr Vater Anton Keller für die Christdemokraten in den Nationalrat gewählt, ihr Schwiegervater Julius Binder in den Ständerat. Freuen Sie sich darauf, diese Familiengeschichte jetzt fortschreiben zu können?

Ja, das freut mich sehr. Auch wenn es damals mit vier Aargauer CVP-Nationalräten und einem Ständerat noch andere Zeiten waren. Aber ich sehe, dass die staatstragende und lösungsorientierte Politik bei den Wählerinnen und Wählern offenbar immer noch sehr gut ankommt.

Seit ich 2016 Kantonalparteipräsidentin wurde, haben wir zusammen viel erreicht. Es ist uns gelungen, aus der Mitte heraus zu gestalten. Diese Politik möchte ich im Nationalrat fortsetzen.

(af.)

Die Karriere von Marianne Binder in Bildern

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