Baden

Mammutbaum vom Schulhausplatz: Nun trägt man ihn am Handgelenk

Stephan Müller und Stefan Benninger (links), als sie den Mammutbaum retten wollten - rechts die Uhren mit dem Holz des Baums.

Stephan Müller und Stefan Benninger (links), als sie den Mammutbaum retten wollten - rechts die Uhren mit dem Holz des Baums.

Das Team des Projekts «Stadtbaum» präsentiert ihr neustes Mammutbaum-Produkt: Uhren-Unikate für 2750 Franken.

Lange war es ruhig um das Projekt Stadtbaum. Doch pünktlich zum Start der internationalen Uhrenmesse Baselworld präsentieren Stephan Müller und Stefan Benninger, die Initianten von «Stadtbaum», ihr neustes Produkt aus dem Holz des gefällten Badener Mammutbaums: Design-Uhren im Wert von je 2750 Franken. 15 Stück sind derzeit in Produktion, in Anlehnung an das Jahr 2015, in dem der bekannte Baum am Schulhausplatz gefällt wurde. Jede Uhr ist ein Unikat und trägt auf der Rückseite eingraviert die Koordinaten, auf denen der Mammutbaum stand sowie das «Stadtbaum»-Signet. Gehäuse und Zifferblatt bestehen aus Mammut-Holz; das Automatikuhrwerk stammt aus der Produktion der Firma ETA, die unter anderem auch für Swatch produziert. Entsprechend teuer sind Produktion und Uhrwerk.

Eine Ausnahme gemacht

«Eigentlich ist es unser Ziel, dass wir Betriebe aus der Region berücksichtigen», sagt Stephan Müller. Bei den Uhren sei dies nicht möglich gewesen. «Da arbeiten wir mit einer Uhren-Manufaktur aus Baden-Baden zusammen, die sich auf Holzuhren spezialisiert hat.» Übringens: «Dass die Fertigstellung der ersten Uhren mit der Uhrenmesse zusammenfällt, ist Zufall», sagt Müller. Von ihm stammt die Idee mit den Design-Uhren.

«Der Gedanke, aus dem Holz des Mammutbaums Uhren zu entwerfen, kam mir, als ich mit einem Uhrmacher über den Trend von Holzuhren sprach», sagt Müller. Benninger fügt an: «Wir wollen Produkte herstellen, die überraschen und eine gewisse Exklusivität aufweisen.» Statt billige Uhren für 200 Franken zu entwerfen, habe man auf Qualität gesetzt. «Dafür lassen wir nur ganz wenige herstellen.»

Bis die Spitze fällt: Der Badener Mammutbaum verliert am 29. Juli 2015 Stück für Stück sein Leben.

Bis die Spitze fällt: Der Badener Mammutbaum verliert am 29. Juli 2015 Stück für Stück sein Leben.

Die Uhren sind ein weiteres Produkt in der Reihe der «Stadtbaum»-Unikate. «Natürlich haben wir ganz verschiedene Ideen, die wir realisieren», sagt Stefan Benninger. «Am Ende soll es für jeden, der ein Erinnerungsstück vom Mammutbaum haben möchte, etwas geben», ergänzt Stephan Müller. So hat das Team vor einem Jahr die sogenannten Starterkits aus den Samen des Baums entworfen.

Die Idee: Jeder kann seinen eigenen Mammutbaum pflanzen. Aus den Mittelästen des Baums hat das Duo in Zusammenarbeit mit der Arwo in Wettingen Smartphone-Halter mit einem kleinen Verstärker zum musikhören hergestellt. 50 Stück waren es ursprünglich, die man auf der Website Stadtbaum.ch für 39 Franken bestellen konnte. Die Meisten sind bereits verkauft. Die Uhren samt Lederetui wird man erst im Mai in ausgewählten Geschäften in Baden und auf Stadtbaum.ch kaufen können.

Pläne für Badenfahrt

Auch für die Badenfahrt arbeitet das Stadtbaum-Duo gemeinsam mit einem jungen Badener Schreiner bereits an einem weiteren Design-Stück und will dabei das Motto «Versus» aufgreifen. «Wir wollen den Badener Stadtturm als Deko-Gegenstand aus Holz und Beton entwerfen.»

Geduld braucht es noch bei den geplanten Möbelstücken, von denen die beiden Design-Liebhaber bereits sprachen, als der Mammutbaum am Schulhausplatz gefällt wurde. «Das Holz braucht länger zum Trocknen als angenommen», sagt Benninger. Wenn es 2018 soweit ist, will das Team unter anderem mit der Glaeser Wogg AG in Dättwil zusammenarbeiten. «Wir finden es sehr gut, dass der Möbelhersteller seine Lehrlinge von Anfang an in den gesamten Produktionsprozess einbezieht», sagt Müller. Das wolle man unterstützen.

Der Gewinn aus den Produkten wird in neue «Stadtbaum»-Projekte reinvestiert und von jedem verkauften Artikel fliesst ein Betrag an die Stadt Baden für die Pflanzung neuer Bäume.

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