Wahlen in Baden

Luzi Stamm spricht nur auf Youtube – er will eine «grüne Stadt»

Luzi Stamm in einem seiner Videos auf der Plattform Youtube.

Luzi Stamm in einem seiner Videos auf der Plattform Youtube.

Der Badener Stadtratskandidat spricht erstmals über seine Kandidatur als Stadtrat – auf seinem Videokanal im Internet. Der ehemalige SVP-Politiker geht bei links-grünen Wählern auf Stimmenfang.

Gegenüber Medien schweigt Luzi Stamm nach wie vor – warum auch immer. Zeitungen aus der ganzen Schweiz berichten über seine überraschende Kandidatur als Stadtrat in Baden. Doch Anrufe und SMS von Journalisten lässt der ehemalige SVP-Nationalrat unbeantwortet. Nicht einmal seine Kandidatur hat er selber publikgemacht – das überliess er der Stadt Baden.

Luzi Stamm spricht bisher nur auf Youtube. Dort betreibt er einen eigenen Videokanal. Dass es diesen Kanal und die Videos gibt, macht er mit einem Link auf Twitter bekannt. Neun Videos hat er bisher aufgeschaltet. Zu den Beweggründen seiner Kandidatur äussert er sich in einem 43-Sekunden-Clip, aufgenommen auf der Ruine Stein.

«Es freut mich, dass mich Leute aus Baden gefragt haben, ob ich Stadtrat werden möchte. Ich würde diese Aufgabe mit Freude annehmen.» Er sei in der Stadt aufgewachsen, deren glänzende Errungenschaften man erhalten müsse. Auf der anderen Seite habe Baden eine Zukunft als Energiestadt, man könne an die Zeiten von ABB und BBC anknüpfen, «und könnte eine absolut gute Zukunft für die grüne Stadt Baden schaffen».

«Irrsinnig hoher Baum wurde runtergehackt»

Mit seinen Videos geht Stamm, der langjährige SVP-Politiker, der nun für das unbekannte Komitee B. Jäger antritt, offensichtlich bei links-grünen Wählern auf Stimmenfang. «Einst stand hier ein irrsinnig hoher Baum, doch er wurde runtergehackt», sagt er in einem Video, das ihn auf dem Theaterplatz zeigt. «Der Platz ist verunstaltet worden, eine Sünde.»

Die städtischen Bauvorschriften müssten verbessert werden. Immer mehr Blöcke würden hingestellt, wo zuvor Einfamilienhäuser oder sogar historische Gebäude standen.

Weiter will sich Stamm für grüne Energie einsetzen: Baden habe beispielsweise «fantastische Voraussetzungen, um beim Kraftwerk an der Aue ein zukunftsorientiertes Wasserstoff-Kraftwerk zu erstellen», erzählt er in einem anderen Video. «Dies mit Wasser, welches zurzeit einfach ungenutzt die Limmat hinunterfliesst.»

Wenige Youtube-Abonnenten und Mail an Redaktionen

Auch die Kulturschaffenden will Stamm fördern. «Baden hat eine ganz wichtige kulturelle Seite.» Er denke etwa ans Fantoche, die Badenfahrt, ans Blues Festival. «Was alternative Kreise leisten, ist gewaltig. Wir müssen die alternative Kultur fördern und auch die klassische Kultur.»

Dass er lange für die SVP politisierte, wird dann doch auch noch klar – bei einem Video, das ihn in Rütihof zeigt, wo der Kanton eine Asylunterkunft errichten wollte. «Es ist zu verhindern, dass in Rütihof Hunderte von Asylbewerbern auf Kosten der Gemeinde Baden einquartiert werden», sagt er.

Ob die Social-Media-Strategie von Stamm aufgeht, um Stefan Jaecklin (FDP) und Benjamin Steiner (Team) hinter sich zu lassen? Am Dienstag hatte sein Youtube-Kanal drei Abonnenten. Am Abend dann sein E-Mail an die Redaktionen: Stamm bricht sein Schweigen. Am Donnerstag um 11.30 Uhr, an einer Pressekonferenz in Baden.

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